Wiesbaden - Schön Wetter machen war gestern: Die bedrohte Natur meldet sich zu Wort. Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat die "Klimakatastrophe" zu einem maßgeblichen Begriff gekürt.
Es wird Knut freuen, den Eisbär-Star, der am Mittwoch ein Jahr alt wurde und zum Maskottchen der weltweiten Schadensbegrenzung bezüglich der Erderwärmung aufstieg. Und auch Al Gore, der berühmte Klima-Aktivist, wird das Sprach- und Ökologie-Gefühl der Deutschen zu schätzen wissen.
Neben der gepeinigten Natur tritt der von Verboten gegängelte Bürger auf: In der ebenfalls zu den Wörtern des Jahres gekürten "Raucherkneipe" sieht man ihn förmlich vor sich, noch schnell ein paar Kippen runterziehen, bevor am 1. Januar die Nikotin-Quarantäne verhängt wird.
Mit der "Dopingbeichte" erinnern wir uns an jene Sportskanonen, die sich erst an die Spitze des Ruhms, dann ins gesellschaftliche Aus schossen. In "Arm durch Arbeit" - eine weitere ausgezeichnete Formulierung - blitzt jener Zynismus auf, den uns die spätkapitalistischen Verhältnisse immer mal wieder bescheren.
Das Siegerwort aus 2006 wirkt im Vergleich regelrecht eskapistisch: "Fanmeile" - man denkt an Spiel und Spaß und Günter Netzer. Wir erinnern uns: Vergangenes Jahr war Deutschland im Fußballfieber, wir liebten uns selbst, unsere Freude und Internationalität mit heißer Hingabe. Ein kultureller Klimaschock, der gut tat.
Von abschmelzenden Polkappen kann das keiner behaupten.
dan/ddp
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