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11.01.2008
 

"Vanity Fair"

Chefredakteur Ulf Poschardt hört auf

Er war angetreten, die "Movers und Shakers" der Republik zu beglücken. Jetzt gab der Condé Nast Verlag bekannt, dass Ulf Poschardt als Chefredakteur des Magazins "Vanity Fair" aufhört. Zunächst ist nur ein kommissarischer Nachfolger bestimmt.

Berlin - Chefredakteur Ulf Poschardt, 40, hört bei der Zeitschrift "Vanity Fair" auf. Ab sofort übernimmt "Glamour"- Chefredakteur Nikolaus Albrecht, 39, kommissarisch die Redaktionsleitung, wie der Condé Nast Verlag am Freitag in München mitteilte.

Ex-Chefredakteur Poschardt: Tritt auf "eigenen Wunsch" von seinem Posten zurück
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DPA

Ex-Chefredakteur Poschardt: Tritt auf "eigenen Wunsch" von seinem Posten zurück

Poschardt, der das 2007 gestartete Magazin mitentwickelt hatte, lege sein Amt "auf eigenen Wunsch" nieder, hieß es. Zu den Gründen wollte er sich gegenüber SPIEGEL ONLINE nicht äußern. Herausgeber Bernd Runge erklärte, die wichtige Startphase des Titels sei von Poschardt erfolgreich mitgestaltet worden. "Damit ist eine hervorragende Basis für die Zukunft von "Vanity Fair" in Deutschland gelegt", sagte Runge.

Mit Albrecht, der "Glamour" weiter leiten soll, übernehme nun "einer der erfahrensten und erfolgreichsten Blattmacher" des Verlages die redaktionelle Führung. "Dies wird dem Titel neue, gute Impulse verleihen."

Poschardt, früher unter anderem beim "SZ-Magazin" und der "Welt am Sonntag", ist bereits der zweite prominente Abgang nach dem Start von "Vanity Fair": Im Sommer 2007 hatte der Verlag die Trennung von Jürgen Knop, dem Deutschland-Chef von Condé Nast, bekannt gegeben.

Damals hatte Bernd Runge in einem Interview mit dem Branchenblatt "Der Kontakter" dementiert, dass dies mit Performance des Magazins zu tun habe. Und er hatte ebenso ausgeschlossen, dass es zu Änderungen in der Chefredaktion von "Vanity Fair" komme: "Ulf Poschardt hat das volle Vertrauen nicht nur von mir, sondern des gesamten Verlages."

Seit dem Start des Magazins im Februar 2007 war über die Auflagenzahlen spekuliert worden. Seit dem dritten Quartal 2007 werden die Zahlen von der zuständigen Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) erhoben. Die verkaufte Auflage lag demnach zuletzt bei rund 172.000 verkauften Exemplaren.

"Vanity Fair" war im Februar 2007 mit einer Auflage von 500.000 Exemplaren gestartet. Als Zielgruppe nahm man damals vollmundig "die neue Leistungselite Deutschlands" ins Auge. Mit rund 50 Millionen Euro war es die größte Investition des Medienhauses Condé Nast ("Vogue", "GQ", "The New Yorker") außerhalb der USA und die wohl spektakulärste Neugründung am hiesigen Zeitschriftenmarkt dieses Jahres. Zuletzt sorgte ein umstrittenes Interview für Aufregung, das Michel Friedman mit dem Rechtsextremisten Horst Mahler führte.

tdo/dpa

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