Dresden - Die SPD-Fraktionen im Bundestag und den Länderparlamenten fordern von ARD und ZDF ein Konzept, wie die Sender auf Werbung in ihren Programmen verzichten könnten. Darauf einigten sich die medienpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktion und der 16 SPD-Landtagsfraktionen heute in Dresden. "Wir wollen wissen, welche Folgen das für die Finanzierung der Sender hätte", sagte der Vorsitzende der SPD-Medienkommission, Marc Jan Eumann. Denkbar sei, dass durch die wegfallenden Werbeeinnahmen die Rundfunkgebühren deutlich stiegen oder ARD und ZDF bei der Übertragung von Sport- Veranstaltungen kürzertreten müssten.
Kritik gab es auch an der Verteilung von Gebührengeldern innerhalb der ARD. Für die kleinen Landesrundfunkanstalten sei es schwierig geworden, ein eigenes Programm zu gestalten, sagte Eumann.
Die SPD-Fachpolitiker forderten außerdem einen "Medienführerschein" für Schüler. Während viele Kinder und Jugendliche das Internet technisch perfekt beherrschten, gebe es beim Umgang mit Inhalten große Lücken. "Nicht alles, was man über Google erfährt, ist wahr", betonte Eumann. Außerdem sollten Schüler auf langfristige Folgen ihrer Selbstdarstellung im Internet aufmerksam gemacht werden. "Wenn man Daten heute preisgibt, dann begleitet einen das ein ganzes Leben lang." Personalchefs könnten im Internet oft noch Jahre später nachlesen, welche Informationen oder Bilder über einen Bewerber im Internet stehen.
lw/dpa
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