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Tageskarte Küche Die letzte Ölung

2. Teil: Rezept für "Minestrone Bahnhof Zoo" (Zwischengericht)

Zubereitungszeit: 45 Minuten (plus 24 Stunden Quellzeit)

Schwierigkeitsgrad: leicht

Zutaten: 1l Gemüsebrühe (alternativ: leichte Fleischbrühe), 1 Lauchstange, 1 chinesischer Knoblauch, 1 große Möhre, 250 g Zuckerschoten, 1 Zucchini, 1 Fenchelknolle, 250 g Mini-St.-Marzano-Tomaten (oder andere Mini-Eiertomaten), 5 g Metil (Methylzellulose, E461), 82 g Olivenöl.

Zubereitung: Metil am Vortag mit 200 ml zimmerwarmen Wasser 3 Minuten lang mit Schneidstab oder Mixer stark mixen. Die Masse vakuumieren (oder in Schüsselchen mit Küchenfolie luftdicht abschließen), 24 Stunden im Kühlschrank quellen lassen. Zu Beginn des Suppenkochens langsam das Olivenöl in die Metilmasse einmixen, bei Raumtemperatur stehen lassen. Kurz vor dem Servieren auf vier Injektionsspritzen (je 20 ml) aufziehen.

Minestrone: Knoblauch und Möhre schälen, Zucchini waschen, alles längs halbieren und in dünne Halbmonde schneiden. Von Lauch und Fenchel die beiden äußeren Schichten entfernen, von den 2 nächsten Schichten schräge Rauten von ca. 3 cm schneiden; Zuckerschoten waschen und in 2 cm breite schräge Rauten schneiden; Tomaten waschen und in je 3-4 Stücke zerteilen. Brühe aufkochen, zuerst Zuckerschoten, Möhren und Fenchel 3 Min. mitkochen, dann Zucchini und Lauch weitere 3 Min. kochen, abschließend Knoblauch und Tomaten maximal 2 Min. mitkochen (wenn die Suppe als Hauptgericht gereicht werden soll, sorgen vorgekochte Borlotti-Bohnen als weitere Einlage für die nötige Sättigung).

Anrichten: Minestrone auf vier stark vorgeheizte (100 Grad) Suppenteller verteilen, sofort zusammen mit den Spritzen servieren. Jeder Gast spritzt sich nun seine eigenen Suppennudeln in den Teller. Je heißer die Suppe, um so mehr Biss haben die Molekular-Nudeln. Methylzellulose ist im übrigen völlig kalorienneutral (wird unverdaut ausgeschieden), nicht allergen und natürlich nicht giftig. Kleinere Mengen zum Ausprobieren bietet u.a. Andreas Gradert, gourmantis oder bosfood.

Küchen-Klang: Ganz besonders passend zu den 100 Prozent Bio-Zutaten (bis auf die läppischen 5 Gramm Methylzellulose...) sind die Balladen auf dem zu 100 Prozent mit Solarstrom aufgenommenen neuen Album "Sleep Trough The Static" (Brushfire/Universal Records) von Surf-Darling Jack Johnson.

Getränketipp: Kommt die Minestrone als erster Gang, kann man getrost den Aperitif-Schaumwein weiter trinken. Eine frische Antwort auf die knallheißen mediterranen Gaumenreizungen bietet aber auch ein auf 12 Grad temperierter 2006 Lemberger von Michael Teschke aus Gau-Algesheim/Rheinhessen, der aus dieser sonst eher ordinären Rebsorte eine würzig-kernige Brombeerbombe bastelte.

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insgesamt 10 Beiträge
Jochen Kissly 10.02.2008
Endlich sagts mal einer dass es für 2,5 Euro beim Discounter nur mieses Olivenöl gibt. Meine Umwelt kann grösstenteils nicht verstehen warum ich mir Olivenöl für 15€ von olearia.de. leiste. Beim Auto verstehns alle dass [...]
Endlich sagts mal einer dass es für 2,5 Euro beim Discounter nur mieses Olivenöl gibt. Meine Umwelt kann grösstenteils nicht verstehen warum ich mir Olivenöl für 15€ von olearia.de. leiste. Beim Auto verstehns alle dass Qualitat Geld kostet, bei Nahrungsmitteln ist das billigste gerade gut genug. Und das schlimme daran ist dass die meisten garnicht mehr wissen wie Qualität schmeckt - auch bei Olivenöl. J.K.
Schon meine Oma hat immer gesagt, wenn etwas gut sein soll, dann muss es teuer sein! Die Befürworter der freien Marktwirtschaft haben das natürlich ganz schnell verstanden und kleben einfach teure Preisschilder auf Ramsch und [...]
Schon meine Oma hat immer gesagt, wenn etwas gut sein soll, dann muss es teuer sein! Die Befürworter der freien Marktwirtschaft haben das natürlich ganz schnell verstanden und kleben einfach teure Preisschilder auf Ramsch und schon steigt der Profit... Was das Olivenöl anbetrifft, so gab es sowohl in Stiftung Warentest, als auch in Ökotest, vor ein paar Monaten Ausgaben in denen Olivenöl getestet wurde, und das Resultat hätte meiner Oma gar nicht gefallen. Teure Bio-Öle sind des öfteren ranzig und keineswegs immer rein, oder kaltgepresst, sondern schon auch öfters mal gepanscht. Wer natürlich ohnedies keinen Geschmack hat, weil er ja eigentlich sowieso nur sein Geld frisst, der darf gerne teuer kaufen und damit vielleicht seinesgleichen beeindrucken. Die anderen können sich die Tests ja durchlesen und werden feststellen, dass man auch für 4 Euro bereits gutes Olivenöl bekommt. Es ist wie bei den Weinen auch. Da geht es den deutschen und französichen Winzern langsam an den Kragen, weil wesentlich bessere Weine, z.B. aus Australien ungleich billiger sind. Abzocke geht halt manchmal, aber nichts wärt ewig, auch nicht beim Olivenöl. Guten Appetit allerseits.
nach den ganzen Schimpftiraden über die schlechten Billigöle und dummen Verbraucher wäre es doch auch mal angebracht, den interessierten Lesern ein paar Tipps zu geben, welche Olivenöle den nun besser und zu empfehlen sind. Im [...]
nach den ganzen Schimpftiraden über die schlechten Billigöle und dummen Verbraucher wäre es doch auch mal angebracht, den interessierten Lesern ein paar Tipps zu geben, welche Olivenöle den nun besser und zu empfehlen sind. Im übrigen bin ich die blinde Arroganz selbst ernannter Gourmets, Politiker und Industrievertreter leid, die auf die Verbraucher schimpfen, die ja nur geschmacklosen Billigkram kaufen wollten und dann eben die Konsequenzen tragen müssten. Aber das ist eine andere Geschichte... Ein Beispiel für Beschimpfungen findet sich hier: http://www.oelkampagne.de/merum_1.html (Artikel aus der Zeitschrift Merum) Vergleicht man den Preis des dort bestellbaren Öls mit dem aus einschlägigen Testberichten, dann bleibt festzustellen, dass es eigentlich keine Preisdifferenz gibt, die Verbraucher mithin garnicht so günstig oder zu billig einkaufen. Zum Selberrechnen hier eine Übersicht mit Literpreisen und Testergebnissen: http://www.test.de/themen/essen-trinken/test/-/1294892/1294892/1293329/1295837/ Beim Wein hat es sich auch unter den Experten bereits herumgesprochen, dass auch Discounter nicht nur schlechte Qualität liefern und der einzelne Winzer im Direktverkauf nicht nur exzellente Tröpfchen produziert. Wer für sein Auto nur "Qualität" haben will, der sollte ab sofort seinen Golf II nur noch mit dem teuersten Kraftstoff betanken, alles andere ist schließlich gräßlich minderwertig...Herr Kissly, dieser Vergleich hinkt ja wohl gewaltig.
rase 10.02.2008
Ich stelle mir gerade die Gesichter meiner Gäste beim nächsten Abendessen mit Freunden vor, wenn ich die Minestrone mit Injektionsspritzen neben dem Teller serviere... Ich finde das Rezept ziemlich abgefahren, wie vieles in der [...]
Ich stelle mir gerade die Gesichter meiner Gäste beim nächsten Abendessen mit Freunden vor, wenn ich die Minestrone mit Injektionsspritzen neben dem Teller serviere... Ich finde das Rezept ziemlich abgefahren, wie vieles in der sogenannten Molekularküche. Warum soll ich mir unverdauliche chemische Ingredenzien in die Suppe spritzen, wenn ich gute Hartweizen-Nudeln haben kann? Sehr merkwürdig.
Caiman 10.02.2008
Spätestens mit diesem Artikel (die vorigen waren auch nicht viel besser!) hat sich der Autor als abgehobener, über die Massen arroganter Spinner disqualifiziert. Sie waren schon mal in Verona, haben eine Karikatur in einer [...]
Spätestens mit diesem Artikel (die vorigen waren auch nicht viel besser!) hat sich der Autor als abgehobener, über die Massen arroganter Spinner disqualifiziert. Sie waren schon mal in Verona, haben eine Karikatur in einer italienischen Zeitung gesehen und verstanden? Fein, ich war auch schon mal in Paris, habe an einem Zeitungsstand den Figaro gesehen und sogar die Schlagzeile verstanden, obendrein koche ich auch noch gerne, aber deswegen halte ich mich noch lange nicht für den legitimen Nachfolger von Bocuse... Olivenöl bester Qualität aus der Zentrifuge? Dann kaufen Sie genau den Mist, den Sie anprangern wollen, nur, dass Sie dann eben 20 EUR dafür bezahlen, herzlichen Glückwunsch! Aber weil es teuer ist muss es ja gut sein, nicht wahr? Und zum Rezept fällt mir wirklich nur eins ein: man sollte doch ehrlicherweise "Hobby-Chemielaborant" zur Autorenangabe setzen, und nicht "Hobbykoch" - die sog. "Molekularküche" hat mit Kochen nichts, aber auch rein gar nichts zu tun, es sei denn, man hält die Dr-Oetker-Versuchsküche für ein 3-Sterne-Restaurant...
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