Hamburg - "Oliver Pocher", blaffte Stephen Colbert während seiner TV-Show "The Colbert Report" in die Kamera, "ich tadele dich nicht, dass du der deutsche Colbert sein willst. Aber das Problem ist, es gibt nur einen deutschen Stephen Colbert: mich!"
Als Beweis seines Deutschseins blendete der bekannte Entertainer umgehend eine Fotomontage von sich in Lederhose mit einem Alphorn in der Hand ein und bekundete, für die Bonbonfirma Ricola als Werbefigur zu arbeiten.
Dass die Kräuter-Lutschpillen nicht aus Deutschland, sondern aus der Schweiz kommen, interessierte weder ihn noch das Publikum. Um alle Zweifel zu beseitigen, schob Colbert kurzerhand eine Hitler-Parodie nach.
"Wir beobachten dich, Pocher", knurrte er mit Seitenscheitel-Frisur in das Mikrofon. Der deutsche Jungkomiker muss leider feststellen: Sicher vor Witzen ist auch das größte Lästermaul nicht.
Der Grund für die gespielte Aufregung Colberts ist ein ordinäres Zeitschriftencover. Das Lifestyle-Magazin "GQ" hatte im Mai 2007 den Komiker auf die Titelseite gehievt. Colbert wird als Präsidentschaftskandidat inszeniert, auf dem Arm trägt er ein Kind, das ihm aus dem Gesicht geschnitten zu sein scheint. Der kleine Colbert-Klon trägt eine US-Flagge als Windel. Das Cover wird betitelt mit der Frage: "Who's your daddy now, America?"
Im November vergangenen Jahres zog die deutsche Ausgabe der "GQ" dann nach. Pocher wurde in Colbert-Pose abgelichtet - eine Anspielung auf die langsame Ablösung des Late-Night-Spezialisten Harald Schmidt durch den Nachwuchsstar.
cc
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