Von Thorsten Dörting
Das Konzept ist so weise, als hätten's die antiken Griechen erfunden. Castings-Shows verbinden den Elite-Gedanken (der Beste soll gewinnen!), ohne den eine Nationalökonomie in Zeiten des globalen Turbokapitalismus ja gar nicht mehr auskommt, mit basisdemokratischen Elementen. Bei den guten Shows kann der mündige Zuschauer die Kandidaten direkt wählen - und muss sich nicht über obskure Listen noch obskurer Parteien echauffieren. Einfach, direkt und per Telefon - also ganz ohne vom Sofa aufzustehen. Volksnäher geht's ja wohl nicht!
Das stimmt sogar im doppelten Sinne: Denn Deutschlands Casting-Juroren gehen unentwegt dorthin, wo's richtig weh tut. Was sonst ist Dieter Bohlens "Deutschland sucht den Superstar" als der Versuch, den bei ihm so zahlreich vorsingenden Ausländernachwuchs symbolisch zu integrieren?
Und was anderes ist Thomas Gottschalks heute Abend startendes Casting-Projekt "Musical-Showstar 2008" als televisionäre Standortpolitik, mit der Deutschlands Position in der globalen Entertainment-Industrie gestärkt werden soll?
SPIEGEL ONLINE hat es auf dem Schirm: Casting-Shows haben das Potential, gesellschafts-, kultur- und wirtschaftspolitische Probleme zu lösen und jegliche (Führungs-)Personalsuche basisdemokratisch zu gestalten – sie sind also eine ganz feine Sache. Her mit mehr! Wir hätten da ein paar Ideen:
Auf anderen Social Networks posten:
In Deutschland leben 82,3 Millionen Menschen, mit einem jährlichen Exportvolumen von über einer BILLION Euro. Wenn wir mal so ganz locker vermuten, dass davon 90%KalorienAlko"Prekariat" sind, können wir darüber glücklich [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Kultur | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Gesellschaft | RSS |
| alles zum Thema Deutschland sucht den Superstar | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH