Von Thorsten Dörting
Anlass: Bedeutungsverlust des deutschen Debattenfeuilletons. Daher "DSDNDWDNAUDAKSI" - Deutschland sucht den nächsten Debatten-Feuilletonisten, weil Nazi-Sauce anödet und die 68er keine Sau interessiert.
Sender: Phoenix
Kandidaten-Pool: Das geisteswissenschaftliche Prekariat.
Zielgruppe der Show: Zielgruppe? Phoenix?
Juroren: Deutschlands prominenter Theseologe Frank S., Götz Aly, Historiker con ira et studio, sowie Volker Panzer, Kunst-Kaminfeuer-Feuilletonist beim ZDF.
Ablauf: Die Kandidaten müssen in Leitartikeln das außenpolitische Konfliktpotential von Frank-Walter Steinmeiers Nickelbrille historisch ausloten oder in pointierten Essays die allgemeine Krise der Wohnzimmerschrankwand aus Eiche-Furnier und deren Folgen für eine etwaige Renaissance des deutschen Bürgertums eruieren. Die besondere Herausforderung dabei: Jedes Thema wird zweifach bearbeitet, die Texte müssen dabei eine jeweils gegenteilige Position einnehmen.
Wer gewinnt, bestimmt die Vox Populi (sämtliche 357 Zuschauer dürfen "per Postkarte abstimmen oder uns ihre Wahl auch gern mittels elektronischer Post zukommen lassen"). Der Erwählte freut sich über einen Pauschalistenjob im Feuilleton einer großen Frankfurter Tageszeitung. Dort erregt er fortan nicht mehr mit seinen "verdienstvollen" 80-seitigen Hausarbeiten zum "Maschinenmenschen bei Ernst Jünger" sein fünfköpfiges Germanistik-Hauptseminar, sondern mit 80-zeiligen Debattenbeiträgen zum selben Thema seine fünfzigköpfige Zeitungsleserschaft.
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