Jerusalem - Wie aus Sicherheitskreisen am Samstag verlautete, wurde der 55-jährige Norman Finkelstein bei seiner Ankunft am Flughafen Ben Gurion vom Geheimdienst über eine kürzliche Libanon-Reise vernommen. Während der Reise habe der Historiker vermutlich Kontakt zu Israel-"feindlichen Elementen" aufgenommen, hieß es. Da Finkelsteins Antworten als nicht zufriedenstellend eingestuft wurden, durfte der Buchautor nicht einreisen.
Der Historiker verurteilte die Entscheidung dagegen in einem per Telefon geführten Interview mit der israelischen Zeitung "Haaretz". Er habe "nichts zu verbergen", versicherte er. Finkelstein vermutet, Israel habe ihn wegen seiner Kritik an der Besetzung der Palästinensergebiete bestrafen wollen. Zu Beginn des Jahres hatte er seine Solidarität mit der Hisbollah bekundet und der Organisation, die zur Zerstörung Israels aufruft, "Mut und Disziplin" bescheinigt.
Er sei etwa 24 Stunden lang in einer Zelle am Flughafen festgehalten worden, kritisierte Finkelstein. Sein Anwalt Michael Sfard sagte, die Ausweisung seines Mandanten "erinnert an die Methoden im früheren Sowjetblock".
Finkelstein ist vor allem wegen eines von vielen als polemisch kritisierten Buches mit dem Titel "Die Holocaust-Industrie" bekannt. Darin wirft er jüdischen Organisationen in den USA vor, die Ermordung von Millionen Juden im Zweiten Weltkrieg für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.
tdo/AFP/dpa
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