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06.06.2008
 

Schleichwerbungsvorwurf

ORF soll für "Wetten, dass …?" büßen

Thomas Gottschalk preist in seiner Show "Wetten, dass ...?" Autos für gute Zwecke an. In Deutschland ist das rechtens, in Österreich nicht. Der Sender ORF soll jetzt für Gottschalks Fehltritt geradestehen.

Wien - Diese Worte Gottschalks könnten dem ORF zum Verhängnis werden: "Machen Sie mit, und gewinnen Sie! Vielleicht ja diesen wunderschönen, neuen A4 3.2 Quattro, die sportliche Limousine in der Mittelklasse." Der österreichische Bundeskommunikationssenat (BKS) hat entschieden, dass Thomas Gottschalk in einer "Wetten, dass …?"- Folge vom November auf diese Weise unzulässig für die Firma Audi geworben habe.

Entertainer Gottschalk in der umstrittenen November-Sendung: Schleichwerbung für einen guten Zweck
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DPA

Entertainer Gottschalk in der umstrittenen November-Sendung: Schleichwerbung für einen guten Zweck

Es spiele dabei keine Rolle, dass Gottschalk den Wagen für einen guten Zweck angepriesen habe, "da dies nur dann möglich ist, wenn sich die Nennung der Unternehmen in Grenzen hält und kein übermäßiges Herausstreichen des Angebots erfolgt", wie der BKS in seiner Entscheidung mitteilte.

Ein Sprecher des ORF bestätigte, dass sein Sender innerhalb von vier Wochen zwischen 20.15 und 23 Uhr den Zuschauern mitteilen muss, dass er gegen das Gebot der Werbetrennung verstoßen habe. Dies ist die übliche Sendezeit von "Wetten, dass …?". Der ORF wolle dies allerdings nicht akzeptieren. Der Sender plant eine Überprüfung der Entscheidung vor dem Verwaltungsgericht.

Ein weiterer Skandal wie vor einigen Monaten um die Moderatorin Andrea Kiewel, die im öffentlich-rechtlichen Fernsehen Schleichwerbung für Weight Watchers gemacht hatte, ist für Deutschland nicht zu erwarten, da hier andere Gesetze gelten. Das ZDF selbst betreffe diese Entscheidung nicht, sagte ein Sprecher. Der Sender sei jedoch bereits darauf aufmerksam geworden, dass der Moderator das Auto "zu liebevoll" beschrieben habe. Daraufhin habe Programmdirektor Thomas Bellut durch ein "neues Verfahren" die Regeln für Gewinnspiele verschärft. In Zukunft solle durch ein "enges Zusammenspiel zwischen Redaktion, Regie und Moderator" ausgeschlossen werden, dass Gewinnspielpreise von Moderatoren in einer Weise angekündigt werden, die den Anschein von Werbung machen könnte.

Anstoß erregte die "Wetten, dass…?"- Folge vom 10. November 2007. Zu Gast war auch der schwedische Motorsportler Matthias Ekström, der mit dem besagten Automodell Audi A4 Quattro Erfolge gefeiert hat.

"Wetten, dass ...?" wurde bereits häufiger von Kritikern beschuldigt, Schleichwerbung zu betreiben, da die Sendung mit Unterstützung von Großunternehmen produziert wird. Bislang konnte der Vorwurf aber nicht bewiesen werden. Thomas Gottschalk moderiert "Wetten, dass …?", seit er die Show 1987 von Frank Elstner übernommen hatte. Die Sendung ist eine Gemeinschaftsproduktion von ZDF, SF und ORF.

ibl/dpa

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