Hamburg - Er sei "enttäuscht vom WDR", weil dieser nicht versucht habe, "diesen Verdacht aufzuklären", sagte Bankhofer gegenüber SPIEGEL ONLINE. Der 67-Jährige bestreitet, jemals Schleichwerbung betrieben zu haben.
Der WDR wiederum hat dazu eine klare Meinung: "Ob es sich um Schleichwerbung handelt, ist nicht erwiesen, aber uns reicht der Anschein", teilte der Sender am Freitag mit. Er will den Sachverhalt im einzelnen noch aufklären.
Der WDR hatte die Zusammenarbeit mit dem österreichischen Gesundheitsexperten am Donnerstag beendet. Der Grund: "Anschein auf Schleichwerbung unter anderem für Produkte aus dem Gesundheitsbereich". Außerdem habe Bankhofer laut WDR unterschiedliche Aussagen zu dem Sachverhalt getroffen: Am Mittwoch habe er dem ARD-Morgenmagazin schriftlich versichert, dass er "mit keiner Firma, die mit dem Thema Gesundheit, Nahrungsergänzungen und Arzneimittel zu tun hat, einen Werbe- und PR-Vertrag habe und von Seiten einer Firma für seine Arbeiten kein Geld geflossen sei", so der WDR.
Erst auf erneute Nachfrage des WDR am Donnerstag habe er bestätigt, mit der Firma MCM Klosterfrau einen Beratervertrag abgeschlossen zu haben. Nach Meinung des WDR kann damit der "Anschein von Schleichwerbung nicht ausgeschlossen" werden.
Bankhofer betont, dass er den Vertrag mit MCM Klosterfrau nicht verschweigen wollte. Er habe ihn erst einen Tag später erwähnt, da der WDR nach einem PR-Vertrag gefragt habe, sagte Bankhofer zu SPIEGEL ONLINE. "Ich habe aber einen Beratervertrag". In diesem 2006 geschlossenen Vertrag sei zudem vermerkt, dass er keine Werbung oder PR mache. Gegen die erhobenen Vorwürfe werde Bankhofer aber nicht vorgehen. "Ich kann mich ja nicht wehren." Er könne "nichts tun, außer traurig zu sein".
Laut WDR waren am Dienstag erste Hinweise auf Auffälligkeiten eingegangen. Die "Süddeutsche Zeitung" ("SZ") berichtete am Freitag, dass sich der Wissenschaftler Gerd Antes bei der ARD über Bankhofer beschwert hatte. Antes bewertet klinische Studien am Cochrane-Zentrum in Freiburg. Dem Bericht zufolge hatte Antes dem Sender vorgeworfen, dass Bankhofer "in verantwortungsloser Weise scheinbares Expertenwissen verkünde, das keiner kritischen Überprüfung standhält".
Laut "SZ" empfahl Bankhofer den Fernsehzuschauern zum Beispiel die vermeintlichen Heilkräuter Klostermelisse und Königsartischocke. Klostermelisse werde von der MCM Klosterfrau angeboten. Die Königsartischocke ist ein eingetragener Markenname der Firma Hepar-SL forte, deren Webseite wiederum zur Klosterfrau Healthcare Group führt.
bfr
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