New York - Die Figur hat eine schwarze Kapuze über dem Kopf, damit man ihr Gesicht nicht erkennen kann. In der Hand hält sie einen Eimer aus Metall, in den sie wieder und wieder eine Kelle taucht. Unter ihr, auf dem Boden, liegt ein Gefangener im orangefarbenen Overall. Seine Hände und Beine sind auf einer gelben Gummimatte festgeschnürt. Über Augen, Mund und Nase liegt ein weißes Tuch. Die Figur in Schwarz lässt das Wasser aus der Kelle auf das verbundene Gesicht des Sträflings fließen. Waterboarding nennt man diese Folterpraxis, die dem Opfer das Gefühl gibt zu ertrinken.
Die Szene erinnert an die umstrittenen Verhörmethoden im US-Gefangenenlager Guantanamo, spielt aber im New Yorker Vergnügungspark Coney Island. Sie ist eine Aktion des Künstlers Steve Powers. Der Foltermeister und sein Opfer sind Roboterpuppen und bewegen sich nur, wenn man einen Dollar einwirft. Dann kann der Zuschauer eine kleine Steintreppe hinaufsteigen und durch ein Guckloch die verstörende Installation "Waterboarding Thrill Ride" verfolgen.
"Ich wollte den Menschen die psychologischen Konsequenzen vor Augen führen", sagte Powers der Nachrichtenagentur Reuters. Die US-Regierung betrachtet Waterboarding als akzeptable Verhörmethode, Menschenrechtsorganisationen haben gegen diese Haltung immer wieder demonstriert. "Was ist ekelerregender", fragte Steve Powers in der "New York Times", "die offizielle Position der US-Regierung, dass Waterboarding keine Folter ist - oder dass wir einen Nervenkitzel daraus machen?"
Folter-Selbstversuch
Der öffentlichen Aufmerksamkeit kann sich Powers mit seiner makaberen Aktion sicher sein. Als sich vor einigen Wochen Christopher Hitchens, Reporter der amerikanischen "Vanity Fair", einem Waterbaording unterzog und seine Foltererlebnisse veröffentlichte, schlug der Selbstversuch weltweit Wellen.
chc/Reuters
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