Von Christian Teevs
Erschrocken lacht Andrea Ypsilanti auf. Jetzt hat der Kerl sie doch noch erwischt! Einmal nicht aufgepasst - und schon in die Falle getappt.
Dabei hatte Moderator Reinhold Beckmann sich wenig Mühe gegeben, seine Frage geschickt zu tarnen. Von wem das folgende Zitat stamme, hatte er die Hessin gefragt: "Um die Lust an der Macht zu verschleiern, verweisen einige als Motivation für ihr Handeln auf angebliche Inhalte, auf eine übergeordnete Sache." Ypsilantis Antwort: "Das muss auf jeden Fall ein Mann geschrieben haben."
Knapp daneben. Sie selbst hat dieses Bonmot vor 16 Jahren verfasst – in ihrer Diplomarbeit über Frauen in Führungspositionen.
Da müsse sie damals aber einen Mann zitiert haben, versucht sich die Sozialdemokratin noch herauszureden. Doch Beckmann hat seinen Punkt gelandet. Es bleibt sein einziger an diesem Abend. Der Grund: Dem Gastgeber gelingt es einfach nicht, die angehende Ministerpräsidentin aus der Reserve zu locken.
Vor sieben Monaten war das noch ganz anders. Im März war Ypsilanti schon einmal zu Gast bei Beckmann gewesen - und redete sich damals um Kopf und Kragen. Inzwischen ist viel passiert: Sie hat an ihrer Wirkung gefeilt und lässt sich längst nicht mehr von jedem semi-kritischen Journalisten vorführen.
Semi-kritisch? Ja. Denn was Beckmanns Sendung zum mitternächtlichen Langweiler mutieren ließ, war die Einfallslosigkeit des Moderators. Statt die Sozialdemokratin mit den – reichlich vorhandenen – Streitpunkten innerhalb ihres Linksbündnisses zu konfrontieren, wollte er immer wieder auf ihren persönlichen Machtanspruch hinaus.
"Isch kann es nischt mehr hören"
Und diesen Fragen auszuweichen, fällt Ypsilanti mittlerweile spielend leicht. Fast klang es, als rede sie mit einem Kind, dem sie alles dreimal erklären muss, wenn sie sagte: "Aber Herr Beckmann, es geht doch um die Inhalte."
Der Gastgeber versuchte derweil, Plattitüden wie diese einfach zu übergehen. Er fragte, ob sie im Falle eines Scheiterns ihre politische Karriere beenden würde. Darauf konterte Ypsilanti: "Das überlege ich mir dann."
Tja, was sonst soll sie sagen?
Tatsächlich wirkt die Frau, die sich anschickt, Roland Koch zu beerben, inzwischen wie eine ganz normale Politikerin. Das bedeutet: Sie benutzt abgegriffene Phrasen. Sie beantwortet unangenehme Fragen nicht. Und sie sonnt sich in der Bestätigung ihrer Partei, die sie gerade mit überwältigender Mehrheit in ihrem Kurs bestätigt hat.
Vor allem aber wirkt Ypsilanti inzwischen nicht mehr ständig genervt und überfordert. Noch vor wenigen Monaten konnte jeder sehen, wenn ihr eine Frage nicht passte. Dann rollte sie mit den Augen, warf dem Gegenüber verächtliche Blicke zu und sagte: "Isch kann das nischt mehr hören."
Alles passé.
Inzwischen hat die Politikerin gelernt, mit vielen Worten nichts zu sagen – und dabei stets zu lächeln. Ob sie oft an das legendäre Scheitern von Heide Simonis zurückdenke? Nein, sie pflege keinerlei derartige Ängste. Ihr Verhältnis zu Parteichef Müntefering? "Der Franz kann Wahlkampf." Den SPD-internen Flügelkampf heizt sie an diesem Abend jedenfalls nicht an.
Ohne Zweifel: Mit ihrem neuen Profil wirkt Ypsilanti im politischen Betrieb gewöhnlicher, ja austauschbar. Doch eine Alternative bleibt ihr wohl kaum.
Das zeigte sich auch am Ende ihres Auftrittes bei Beckmann. Der holte - quasi als Verstärkung - Michael Jürgs in die Runde. Das journalistische Schwergewicht war mal Chefredakteur beim "Stern" - und ging die SPD-Chefin sofort frontal an. Sie habe mit ihrem Wortbruch das Vertrauen der Menschen in die Politik zerstört.
Das war zwar ähnlich plakativ und undifferenziert gesprochen, wie es Politiker gerne tun. Dennoch wäre die alte Ypsilanti nun sicher beleidigt gewesen und hätte Jürgs vorgeworfen, unfaire Attacken zu reiten.
Doch wie gesagt: Sie hat dazu gelernt. Und so konterte sie einfach mit Worthülsen. Es gehe ihr ja um nicht um die Macht an sich. Sondern darum, etwas mit dieser Macht zu bewirken.
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Sehr geehrte(r) Stefkarr, da ich beruflich verreist war, hatte ich leider keine Zeit in diese amüsanten Foren zu schauen. Wenn ich Ihnen mit meinen steuerlichen Auskünften helfen konnte, freut mich das. 1. Wenn Sie als [...] mehr...
Muppetshow oder die verschwendete Zeit! Wo war eigentlich Ypsilantis "Einredner"ich vermute die hatte einen Knopf im Ohr. Anders kann ich mir die "Mundbewegung mit Sprachlauten "nicht vorstellen. Der [...] mehr...
Wenn Sie der verwirrten Politikerin (für was auch immer?) Respekt entgegenbringen, dann würde ich Ihnen gern mal meinen Wauzi vorstellen, der auf zwei Beinen laufen kann - Sie werden auf die Knie fallen und seine Pfoten küssen. mehr...
Hier sind Sie sicher im Irrtum. Einerlei, wie man zum Mindestlohn steht. *Fair* ist er auf keinen Fall. Fragen Sie diejenigen, deren Lohn schon vorher ca. in Höhe des Mindestlohns lag gegenüber denjenigen, die nun dorthin [...] mehr...
Beckmann ist ein Langeweiler - und auch noch GEZ subventioniert. mehr...
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