Von Markus Brauck
Elke Heidenreich war noch nie eine pflegeleichte Person. Das weiß man auch beim ZDF. Zuletzt hat die "Lesen!"-Moderatorin ihren Sender nach Marcel Reich-Ranickis Ausbruch beim Deutschen Fernsehpreis scharf angegriffen. Sie hatte in einem Artikel erklärt, dass sie sich schäme, überhaupt beim ZDF zu arbeiten.
Mittlerweile scheint das Verhältnis zwischen Sender und Moderatorin endgültig zerrüttet.
ZDF-Intendant Markus Schächter hatte nach den Vorwürfen einen Brief an die Moderatorin geschrieben. Programmchef Thomas Bellut hatte in einem Zeitungsinterview gesagt, er sei "auch persönlich enttäuscht" und behutsam angedeutet: "Wie sich das mit Frau Heidenreich weiterentwickelt, kann ich nicht sagen."
An diesem Freitag ging das Stück in die nächste Runde. In einer dürren Mail beantwortete Heidenreich den Brief von ZDF-Intendant Schächter. Darin bekräftigt sie nach SPIEGEL-Informationen noch einmal ihre Forderung, man solle ihr einen besseren Sendeplatz geben. Worte des Bedauerns über die harschen öffentlichen Vorwürfe gegen ihren Sender enthält die Mail nicht.
Mit dieser Reaktion hat Heidenreich beim ZDF wohl endgültig überzogen. Wenn es nicht noch zu einem klärenden Gespräch kommt, will man die Zusammenarbeit spätestens zum Ende des Jahres beenden und sich in Ruhe nach einem neuen Moderator für eine neue Literatursendung umsehen. Besonders gut waren die Quoten ohnehin nicht mehr.
Es ist nicht einmal ausgeschlossen, dass man in Mainz bald die Notbremse zieht und schon die nächste "Lesen!"-Sendung kippt, die kommende Woche aufgezeichnet werden soll. Aber wenn Heidenreich nicht noch einmal nachlegt, werde man ihr voraussichtlich noch einen ehrenvollen Abgang ermöglichen, heißt es beim ZDF.
Elke Heidenreich war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
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