Mittwoch, 10. Februar 2010

Kultur



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28.11.2008
 

Nach ZDF-Rauswurf

Elke Heidenreich liest künftig online

Raus aus dem "hirnlosen Scheiß": Elke Heidenreich, von ihrem Ex-Arbeitgeber ZDF wegen wortgewaltiger Kritik vor die Tür gesetzt, wechselt mit ihrer Literatursendung "Lesen!" von einem großen TV-Sender zu einem kleinen Web-Anbieter.

Köln - Künftig wird die Literaturkritikerin jeden Monat eine neue Ausgabe ihrer Büchershow "Lesen!" auf der Website litcolony.de online präsentieren. Hinter der Website stehen die Organisatoren des Kölner Literaturfestivals lit.cologne. Das neue Literaturportal soll sich über Werbung und den Verkauf von Büchern finanzieren.

Journalistin Heidenreich: "Bestimmt mehr Zuschauer als im ZDF"
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DDP

Journalistin Heidenreich: "Bestimmt mehr Zuschauer als im ZDF"

Das ZDF hatte Heidenreich rausgeschmissen, nachdem diese öffentlich bekundet hatte, sie schäme sich, für den Mainzer Sender zu arbeiten.

Ihre Kritik sei "vielleicht zugegeben etwas zu krass" gewesen, meinte Heidenreich jetzt. Dennoch bedaure sie nichts. Insgesamt sei sie erleichtert, dass der ständige Ärger mit dem ZDF nun vorbei sei. "Das ZDF ist einfach ein Sender mit ganz festgefahrenen Strukturen, wo seit Jahren dieselben Sachen zu denselben Zeiten laufen", bemängelte sie.

Heidenreich hatte seit längerem einen besseren Sendeplatz für "Lesen!" gefordert. "Anfang Oktober bin ich explodiert und habe gesagt: 'Dann hör' ich am Jahresende auf'." Es seien also sowieso nur noch zwei Sendungen geplant gewesen. "Dann kam der Rausschmiss, den ich völlig idiotisch fand."

Zu Marcel Reich-Ranicki, der durch die Ablehnung des Deutschen Fernsehpreises die TV-Debatte erst losgetreten hatte, sich anschließend aber von der Form Heidenreichs Kritik am ZDF und auch an Thomas Gottschalk distanzierte, sagte sie: "Über Marcel Reich-Ranicki ist gar kein Wort mehr zu verlieren, dieses Nachtreten, das müssen wir jetzt nicht mehr kommentieren."

Nach dem ZDF-Rauswurf habe sie mehrere Angebote bekommen, auch von öffentlich-rechtlichen Sendern. "Das Schweizer Fernsehen hat mir eine Literatursendung angeboten."

Mit dem Fernsehen sei sie nun aber fertig. Auf die Idee, ihre Sendung ins Internet zu verlegen, habe sie anfangs skeptisch reagiert. Jetzt sei sie aber voll überzeugt, denn das Internet sei "das Medium der Zukunft". Nach einiger Zeit werde sie dort bestimmt mehr Zuschauer haben als bisher im ZDF, zeigte sich Heidenreich siegessicher.

Das Konzept, der Name und die Musik von "Lesen!" blieben gleich, weil alle Rechte bei ihr lägen, sagte Heidenreich. Der einzige Unterschied sei, dass die Sendung nun in ihrer Stammkneipe "Backes" in der Kölner Südstadt aufgezeichnet werde. Immer in der ersten Woche eines Monats soll die neue Ausgabe freigeschaltet werden.

chc/dpa

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