Dubai - Eigentlich hatte die Jury des internationalen Filmfestivals in Dubai Annemarie Jacir mit dem Preis bedacht. Die palästinensisch-amerikanische Regisseurin und Drehbuchautorin sollte ihn für ihren Film "Das Salz dieses Meeres" erhalten. Doch Jacir sagte bei der Abschlussgala des Festivals am Donnerstagabend, sie wolle die Auszeichnung lieber an den schuhwerfenden Bush-Kritiker von Bagdad, Muntaser al-Saidi weitergeben. Der irakische TV-Journalist erhielt somit indirekt den Preis für das beste arabische Drehbuch.
Am vergangenen Sonntag hatte Saidi seine Schuhe während einer Pressekonferenz nach dem scheidenden US-Präsidenten George W. Bush geworfen - und es innerhalb von Stunden zum Held des Widerstands gegen die Vereinnahmung der arabischen Welt durch die USA geschafft.
Sein Sender al-Bagdadija stärkte ihm den Rücken und forderte die Menschen und Medien zur Solidarität mit Saidi auf. Eine Hilfsorganisation unter Vorsitz der Tochter des libyschen Staatsführers Muammar Gaddafi will ihm den "Orden für Mut" verleihen.
Saidi sitzt seit seinem Schuhwurf in Haft. Seine Familie beklagt, dass er von Sicherheitskräften verprügelt worden sei.
Präsident Bush hatte beim Filmfestival in Dubai schon am ersten Tag im Mittelpunkt gestanden, als Hollywood-Regisseur Oliver Stone mit seinem umstrittenen Film "W", der das Leben des US-Präsidenten zum Thema hat, das Festival eröffnete.
chc/dpa
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