Köln – Bei "Emma" sollte sie neue Akzente setzen und die Herausgeberin, Alice Schwarzer, entlasten. Doch nach kurzer Zeit gab Lisa Ortgies auf: Sie sei für die "umfassende Verantwortung einer Chefredakteurin nicht geeignet" gewesen, ließ das Magazin Ende Mai verlauten. Es folgte eine in den Feuilletons ausgewalzte Kontroverse, in der mal Ortgies, mal Schwarzer als Sündenbock auftraten.
Ortgies findet nun zurück zu ihrem Stammmedium: Ab Ende Februar präsentiert sie wieder das WDR-Fernsehmagazin "frauTV", das sie für das Emma-Engagement nach zehn Jahren verlassen hatte.
Sie löst Angela Maas ab, die künftig Reisereportagen für die Sendung machen soll, wie die Hauszeitschrift "WDR Print" berichtet.
Beim Sender kann Ortgies womöglich jene neue Zielgruppe gewinnen, die sie für Schwarzers Blatt eigentlich requirieren sollte: die sogenannten Alphamädchen, die jungen erfolgreichen Frauen, die die Errungenschaften der ersten und zweiten Frauenbewegung für selbstverständlich halten und sich schon mal augenzwinkernd als "bitch", als Schlampe bezeichnen.
Bei "Emma" wird man indes die alten ideologischen Feinde weiter ins Visier nehmen. Dazu gehören interessanterweise auch die Alpha Girls. In Alice Schwarzers Worten: "Sie interessieren sich nur für ihre persönlichen Belange: Karriere und Männer".
dan/AP
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