Paris/Hamburg - Der öffentlich-rechtliche französische Fernsehsender France 2 ist bei seiner Berichterstattung über den Gaza-Konflikt einem falschen Amateurvideo aufgesessen. France 2 strahlte am Montag eine 12-sekündige Sequenz aus, die angeblich die Opfer eines israelischen Angriffs am 1. Januar und die Panik der Bevölkerung danach zeigte.
Die Moderation aus dem Off erklärte dazu, dass arabische TV-Stationen und Websites das Video bereits verbreiteten, um die Greuel des Konfliktes für die Zivilbevölkerung zu demonstrieren.
In Wirklichkeit handelte es sich aber um Bilder, die bereits im Jahr 2005 entstanden sind und die Folgen einer durch einen Unfall ausgelösten Explosion zeigten, bei der auf einem Lastwagen gelagerte Raketen der radikal-islamischen Hamas in die Luft gegangen waren.
Der Sender musste sich daraufhin für die falsche Berichterstattung entschuldigen. Die französische Liga gegen Rassismus und Antisemitismus (Licra) erklärte am Mittwoch allerdings, die Entschuldigung reiche nicht aus, und verlangte "exemplarische Strafen" für die Verantwortlichen.
Angesichts einer steigenden Zahl von antisemitischen Übergriffen in Frankreich in der Folge des Gaza-Konflikts sei eine solche Berichterstattung nicht hinnehmbar.
tdo/AFP
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Kultur | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Gesellschaft | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH