Hamburg - Hanne Darboven, eine der wichtigsten deutschen Künstlerinnen der Gegenwart, ist tot. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb sie bereits am Montag im Alter von 67 Jahren.
Die Cousine des Kaffeerösters Albert Darboven entstammte dem Hamburger Großbürgertum. In den Sechziger Jahren lebte sie in Paris und New York. Dort lernte sie Künstler wie Sol LeWitt und Donald Judd kennen, deren Minimalismus für ihr eigenes Werk prägend sein sollte.
Typisch für Hanne Darboven sind zu raumgreifenden Wandinstallationen zusammengefügte Einzelblätter mit Zahlenkolonnen. Bekannt wurde ihr Textkonvolut "Schreibzeit", das aus 3361 Blättern mit Texten und Rechnungen besteht. Ihre Werke sind in den wichtigsten Sammlungen der Welt vertreten, so etwa im New Yorker Guggenheim Museum.
Darbovens Look war so leicht erkennbar wie sonst nur der von Beuys: Stets trat die knabenhaften Frau im Männeranzug und mit kurzgeschorenen Haaren in die Öffentlichkeit. Ihre Arbeit hatte einen ähnlichen hohen Wiedererkennungswert, doch sie verweigerte sich dem flüchtigen Blick: Sie war von Darboven strikt kalkuliert. Der Künstlerin ging es um nicht weniger, als darum, das Phänomen der verflossenen Zeit darzustellen.
So entstand strenge, zeitgenössische Konzeptkunst, die sich dem zuletzt wieder modisch gewordenen traditionellen Gemälde verweigerte.
Denn, so Darboven: "Alles ist schon gemalt."
sha/dpa
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