Hamburg - "Auch ein einzelner Papst kann nicht dogmatisch festlegen, was Kabarett zu sein hat, und abweichende Vorstellungen der Exkommunikation unterwerfen", sagte Richling dem SPIEGEL. Er sei gegen jede Form von "Humor-Fundamentalismus".
Kabarettist Richling (im SWR): Künftig auch Comedians
Ein Dorn im Auge waren Hildebrandt vor allem die Pläne Richlings, künftig auch junge Comedians in die Sendung zu holen. Richling hatte im Februar angekündigt, bei ihm sollten Comedy und Kabarett mit viel Tempo an einem Strang ziehen und damit das Publikum verjüngen.
Kabarett-Szene "immens geeint"
Richling kritisiert nun Hildebrandts Kabarett-Verständnis: "Ich wollte nie das Hildebrandt-Kabarett, das nur einer einzelnen Partei, in dem Fall der SPD, hörig ist", so Richling. "SPD-Wahlkämpfer Hildebrandt" habe 1972 seine "Lach- und Schießgesellschaft" aufgelöst, weil er sein kabarettistisches Ziel, die SPD und Willy Brandt an die Regierung zu bringen, erreicht hatte.
"Das ist eine freiwillige Abhängigkeit, von der ich immer glaubte, dass sie eines Kabarettisten eigentlich unwürdig ist." In seiner neuen Sendung "Satire Gipfel" wolle er "Haltung zeigen" und nicht den "Rücken unter der Begeisterung für eine Partei krümmen".
Die Angriffe Hildebrandts auf ihn hätten die Kabarett-Szene "immens geeint". "Ich erfuhr persönlich eine nie gekannte Zustimmung und Unterstützung. Wer immer Hildebrandt zu seinem einschlägigen Rundumschlag geraten hat, muss eine große Abneigung gegen ihn haben."
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