Samstag, 21. November 2009

Kultur



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28.03.2009
 

ZDF-Streit

Union verweigert Brender Stellungnahme

Von Markus Brauck

Im Verwaltungsrat des laut Definition staatsfernen ZDF machten CDU-Vertreter klar, wer dort eigentlich die Macht hat: Im Streit um Chefredakteur Nikolaus Brender zeigte die Union Härte. Für Intendant Markus Schächter wird die Lage langsam aussichtslos.

Im Streit um die Verlängerung des Vertrags von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender zeigt die Union Härte. Bei der Sitzung des Verwaltungsrats am vergangenen Freitag, zu der auch die Brender-Gegner Roland Koch und Edmund Stoiber angereist waren, lehnte die unionsnahe Mehrheit des Gremiums Brenders Wunsch ab, zu den von Roland Koch in der Presse geäußerten Vorwürfen Stellung zu nehmen.

ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender: Die unionsnahe Mehrheit im Verwaltungsrat will ihn ablösen
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DDP

ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender: Die unionsnahe Mehrheit im Verwaltungsrat will ihn ablösen

Eines war klar nach der Sitzung des obersten ZDF-Kontrollorgans: Hätte Intendant Markus Schächter am vergangenen Freitagabend tatsächlich vorgeschlagen, den Vertrag von Chefredakteur Nikolaus Brender zu verlängern, hätte ihn die unionsnahe Mehrheit unter Führung von Hessens Ministerpräsident Roland Koch durchfallen lassen. Nicht nur Koch und Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber erneuerten ihre Vorwürfe gegen den obersten Journalisten des Hauses, auch andere CDU-Granden sprachen gegen ihn.

Wegen der vorhersehbaren Niederlage hatte Schächter die Entscheidung über die Chefredakteursfrage auf die Zeit nach der Bundestagswahl verschoben. Doch gebracht hat es ihm nicht viel. Wenn er auf Entspannung gehofft hatte, so wurde er gestern eines Besseren belehrt. Die Union zeigte sich in der Personalie Brender entschlossen, ihre harte Linie durchzuziehen.

Neue Vorwürfe gegen Brender

Diesmal, so heißt es aus dem Kreis der Sitzungsteilnehmer, monierten die Unionsleute allerdings nicht mehr in erster Linie angebliche Quoten- und Qualitätsprobleme der ZDF-Nachrichtensendungen. Mit diesen Vorwürfen hatte Hessens Ministerpräsident Roland Koch vor Wochen in einem Interview mit der "FAZ" Chefredakteur Brender frontal angegriffen. Doch in der Frage hatte sich vor zwei Wochen der ZDF-Fernsehrat weitgehend hinter Intendant Schächter gestellt. Nun bemängelten die Unionsleute Brender wegen schlechter Mitarbeiterführung.

Nikolaus Brender, dem am selben Tag der Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis zugesprochen worden war, durfte sich aber weder zu den alten noch zu den neuen Vorwürfen äußern. Ein solches Ansinnen des Chefredakteurs wurde von den Unionsleuten im Verwaltungsrat abgelehnt. Brender musste schweigen.

Disziplinarstrafen für Meinungsäußerungen?

Dafür, so berichten Sitzungsteilnehmer, forderte Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber den ZDF-Intendanten auf, die Unterzeichner eines offenen Briefes, in dem sich die führenden Journalisten des Hauses gegen parteipolitisch motivierte Einflussversuche gewehrt hatten, disziplinarisch zu belangen.

Intendant Schächter steht mit seinem Kandidaten Brender nun vor einer hoffnungslos verfahrenen Situation. Sein Zurückzucken vor einer drohenden Niederlage hat ihm nichts gebracht. Die Union bewegt sich keinen Millimeter. Roland Koch und Edmund Stoiber führen weiter das Wort - und verweigern es dafür dem Chefredakteur, den sie öffentlich angreifen.

Das ist die perfekte Demontage. Der Griff der Politik um das ZDF hat sich nicht gelockert, er scheint gestern eher noch enger geworden zu sein.

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