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07.04.2009
 

Aus für Frauenmagazin

"Amica" hat keine Freunde mehr

Wirtschaftskrise gleich Medienkrise - diese Binse bewahrheitet sich derzeit besonders. Jetzt stellt das Verlagshaus Burda die Produktion der Mode- und Lifestyle-Frauenzeitschrift "Amica" ein. Noch vergangenen Monat sah die Chefredakteurin die Zukunft des Luxus-Magazins optimistisch.

Hamburg - Nur wenige Beispiele der Medienkrise: Die "New York Times" verkauft Teile ihres Firmensitzes, Marquard Media stampft das Jungsmagazin "Maxim" ein, Condé Nast verzichtet auf das ambitionierte Lifestyle-Blatt "Vanity Fair", Gruner & Jahr stellt das Gesellschaftsmagazin "Park Avenue" ein und fasst die Wirtschaftsblätter des Hauses in einer Zentralredaktion zusammen. Das alles innerhalb weniger Monate. Und jetzt muss sich die "Amica" vom deutschen Publikum verabschieden.

Chefredakteurin Riekel: Demnächst für die "Burda Style Group" verantwortlich
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DPA

Chefredakteurin Riekel: Demnächst für die "Burda Style Group" verantwortlich

Das Verlagshaus Burda verkündete am Dienstag, das Frauenheft einzustellen. "Die Zeitschrift hatte keine wirtschaftliche Perspektive mehr", sagte dazu Unternehmenssprecher Nikolaus von der Decken und fügte hinzu: "Rund 40 Mitarbeiter sind durch die gleichzeitige Umstrukturierung betroffen."

Der Umbau betrifft die Magazine "Bunte", "Elle", "InStyle", "Freundin" und das "Burda Mode Magazin". Sie alle werden zur "Burda Style Group" gebündelt.

Die Journalistin Patricia Riekel - ursprünglich mal allein Chefredakteurin der "Bunten" - wird Herausgeberin aller Titel. Riekel leitet derzeit auch die "Amica". Sie hatte das eher klassische Frauenmagazin zu einer Luxus-Zeitschrift umgebaut. Zuletzt erreichte die "Amica" eine Auflage von 161.785 Exemplaren.

Insgesamt 15 Redakteurinnen und Redakteure müssen sich laut von der Decken nun womöglich eine neue Arbeit suchen. "Es war eine sehr kurzfristige Entscheidung, die niemandem leicht gefallen ist", sagte er.

Noch vor wenigen Wochen gab Riekel dem "Kölner Stadt-Anzeiger" ein Interview, in dem sie der "Amica" eine gewisse Krisenresistenz unterstellte, da das Heft von den Luxusanzeigen profitiere. Zudem bestehe die Leserschaft aus Frauen, die sich gerne "exklusiv und avantgardistisch anziehen".

Die Mai-Ausgabe wird die letzte "Amica" sein. Zum Abschied gab's jetzt schon mal das obligatorische Lob: "Die 'Amica' ist eine der besten Fashion-Zeitschriften auf dem deutschen Markt", sagt Burda-Verlagsvorstand Philipp Welte. Der Markt ließe aber keine andere Möglichkeit, als das Heft einzustellen.

hyc/dpa

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