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Buletten-Rezepte Hacken, aber richtig

2. Teil: Rezept für die perfekten Frikadellen

Vorbereitungszeit: 20 Minuten

Zubereitungszeit: 15 Minuten

Schwierigkeitsgrad: leicht

Zutaten

Frikadellen

150 g Schweinelende

350 g Rindernacken

2 Stück Zwiebeln, gelb, fein gehackt

2 Stück Knoblauchzehen, fein gehackt

2 El Pflanzenöl

1 Tl Paprikapulver, edelsüß

1 El Oreganoblätter, frisch, fein gehackt

1 El Pfeffersenf von der niederländischen Senfmühle De Wijndragers

4 El Mie de pain (frisches, ohne Kruste geriebenes Weißbrot; Alternative: Semmelbrösel)

1 Stück Ei

1 El Salzkapern, fein gehackt

4 Stück Sardellenfilets, fein gehackt

1 Prise Muskatnuss, frisch gerieben,

1 Tl bunter Pfeffer, frisch gemahlen

1 EL Kräutersalz

0,5 Tl Piement D'Espelette (mildes Chili-Pulver aus dem Baskenland)

4 El Traubenkernöl

2 El Butter

Zubereitung

Frikadellen

Schweinelende und Rindernacken sorgfältig parieren (es müssen alle sichtbaren Fett, Bindegewebe- und Sehnenteile entfernt werden), Fleisch in ca. 3 cm große Würfel schneiden. Zwiebeln in dem heißen Pflanzenöl anschwitzen, Knoblauch dazugeben, glasig dünsten, auf kalten Teller streichen, Raumtemperatur annehmen lassen.

Fleisch durch die feine Scheibe des Fleischwolfes drehen, in Schüssel geben, Mulde in der Mitte eindrücken. Das Ei aufschlagen, in die Mulde gleiten lassen. Restliche Zutaten (ohne Öl und Butter) dazugeben, mit beiden Händen zu einem homogenen Fleischteig kneten.

Hände waschen, gut abspülen. Mit angefeuchteten Händen (zweite Schüssel mit lauwarmem Wasser in Griffweite stellen) gleichmäßig große Fleischkugeln formen, dazwischen Hände immer wieder nachfeuchten.

Butter in großer Pfanne in dem heißen Öl zerlaufen lassen, so viele Fleischkugeln einlegen, dass in der Pfanne noch genug Platz zum Wenden bleibt. Temperatur sollte in einem mittleren Bereich liegen, der Eiweißanteil der Butter darf nicht verbrennen (Alternative: Butterschmalz oder Schweineschmalz). Fleisch nach 1 Min. wenden, Kugeln mit Pfannenwender etwas flacher drücken. Von allen Seite langsam ausbraten, auch auf die Ränder stellen. Frikadellen mit einem Rohdurchmesser von ca. 5 cm sollten mindestens 12 Min. langsam ausgebacken werden, damit das Fleisch durchgebraten ist.

Sollten mehrere Durchgänge gebraten werden müssen, können die fertigen Frikadellen bei 80 Grad im Backofen lose mit Alufolie belegt warm gehalten werden.

Anrichten

Frikadellen sind extrem tolerant in der Frage, mit wem sie gerne auf dem Teller liegen. Ich esse sie am liebsten mit einem lauwarmen Kartoffel-Endiviensalat oder mit gedünsteten Möhrenscheiben (mit Petersilie und Knoblauch). Wem das immer noch zu trocken ist, der wird bei der Tageskarte "Quatsch mit Sauce" fündig.

Küchen-Klang

Zwei Stimmen wie aus dem Fleischwolf: zweisprachig (französisch und englisch) auf der CD "Camphor & Copper" (No Format/Alive) der jungen kanadischen Sängerin Mélissa Laveaux mit einer Mischung aus Sadcore und angejazztem Folkpunk, während der Country-Grammy-Preisträger Waylon Jennings auf "Waylon Forever" posthum noch einmal zeigen kann, dass große Mengen Whiskey die Stimmbänder nicht nur ölen. Nix für Mutti, die in der Küche den Sohn beim Frikadellenrollen beobachten will? Dann bleibt nur Ronan Keatings Muttertags-CD "Songs For My Mother" mit Neuversionen der Lieder, die die Boyzone-Mama an diesem Tag am liebsten hörte.

Getränketipp

Zu den meisten Frikadellengerichten passt am besten ein kühles Bier. Bereitet man sie nach obigem Rezept mit Oregano als geschmacksdominierendem Würzaroma zu, empfiehlt sich aber ein ausdrucksstarker Roter wie der 2003 Marqués de Sandoval von der Bodega San Alejandro, der sich trotz gelungener Eichen-Barrique-Lagerung noch immer eine frische, nicht allzu hochreifige Fruchtigkeit bewahrt hat.

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insgesamt 14 Beiträge
Vision6 10.05.2009
Warum nur, warum? Hoch allergene Stoffe werden von sogenannten Spitzenköchen (oder solchen, die sich gern dafür halten lassen) in jedem Rezept verbraten, wie hier mal wieder Muskatnuss. Und wofür? Es gibt doch wirklich bessere [...]
Warum nur, warum? Hoch allergene Stoffe werden von sogenannten Spitzenköchen (oder solchen, die sich gern dafür halten lassen) in jedem Rezept verbraten, wie hier mal wieder Muskatnuss. Und wofür? Es gibt doch wirklich bessere Geschmacksträger als diese öde Nuß. Immerhin: Senf (wenn auch hier eine Snob Sorte) gehört in eine Frikadelle, Fisch definitiv nicht, Worchestershiresauce wäre eine traumhafte Bereicherung. Aber bitte, jeder wie er kann, bzw. auch nicht. Gut Mampf.
einEi 10.05.2009
Man braucht gar nicht so viele Zutaten. Aber immerhin wissen wir jetzt, dem Autor sei es gedankt, dass es nicht nur 'Pain de mie' gibt, sondern auch 'Mie de pain' ('mie' ist französische für Krume). Wie groß das Stück Ei sein [...]
Man braucht gar nicht so viele Zutaten. Aber immerhin wissen wir jetzt, dem Autor sei es gedankt, dass es nicht nur 'Pain de mie' gibt, sondern auch 'Mie de pain' ('mie' ist französische für Krume). Wie groß das Stück Ei sein soll, würde ich gerne wissen. Und die Kombination Oregano+Knoblauch ist gefährlich griechisch, sagt meine Zunge. Wie steht's mit der Salzmenge? Wenn man das Rezept skalieren will, wird man Probleme haben, da die Kapern und Sardellen viel Salz enthalten. Senf, Muskatnuss, Chili gehen gar nicht; Senf hat man auf dem Teller neben dem Fleischlaiberl, Muskatnuss tun auch nur Muskatnussliebhaber rein, Chili, die ihn auch gern in Schokolade essen. Mein Rezept geht auch von 500g gemischtem Hackfleisch aus, halb-halb ist genug Rind für eine Frikadelle, finde ich. Ein Ei sollte auch drin sein - ein kleines - dann wenig Brot, die Kruste kann selbstverständlich mitverwendet werden, falls sie schön eingewicht wird, diese trägt ja die besten Aromen. Zum Salz: 2% auf die Hackmenge, also bei 500g Fleisch 10g Salz. Jetzt kann man auch fröhlich mit den Mengen spielen.
dielandaus 10.05.2009
was muss ich da lesen: Scheinelende und Rindernacken. Da denke ich, oha, besonders saftig wird das wohl nicht - denn Rinderfett schmeckt zwar intensiver aber meist auch leicht tranig; vor allem, wenn langsam gegart wird. Dann [...]
was muss ich da lesen: Scheinelende und Rindernacken. Da denke ich, oha, besonders saftig wird das wohl nicht - denn Rinderfett schmeckt zwar intensiver aber meist auch leicht tranig; vor allem, wenn langsam gegart wird. Dann lese ich weiter und der Autor will auch noch sämtliches Fett wegparieren - das wird dann also eine pfurztrockene Angelegenheit. Dann kann man ja auch noch darüber streiten, ob eine Frikadelle nicht gerade das sein muss: So dröge, dass ohne Senf ungeniessbar - Sollte aber bedenken, dass in den Gegenden, in denen diese Präferenz gilt, Gastwirte schon mal gezwungen sind, Ihre Frikadellen zu "Brotbällchen" umzutitulieren, sprich: Trocken durch trocken Brot. Das Fett ist natürlich trotzdem drin. Also ist es wohl kein Wunder, dass es Schickilacki Zutaten braucht, damit das Ding überhaupt nach etwas schmeckt. Mit schönem Gruss von der Initiative "Kochverbot für Fettvermeider"
Wolfgang Jung 10.05.2009
Es gibt gute und schlechte Frikadellen / Buletten / und wie die Dinger noch so heißen zwischen Bangla Desh und Bayern. Was drin ist, ist "wurscht", nur frisch müssen sie sein, und dann schmecken sie normalerweise, und [...]
Es gibt gute und schlechte Frikadellen / Buletten / und wie die Dinger noch so heißen zwischen Bangla Desh und Bayern. Was drin ist, ist "wurscht", nur frisch müssen sie sein, und dann schmecken sie normalerweise, und wenn sie das nicht tun, dann merkt das der Wirt oder Hersteller ziemlich schnell, weil er ruckzuck seine Kunden los ist. Ich persönlich habe bis jetzt immer noch ein profundes Urvertrauen gegenüber jedem Frikadellenanbieter, und vielleicht ist mir auch schon allein deshalb noch nie schlecht geworden, weil nur scharfer Senf und ein frischgezapftes Bier an die Frikadellen kommen
Galaxia 10.05.2009
Nur mal so :) Im Dezember 2006 wurde der Leiter der Guangzhou Tianyang Foodstuffs Company in Südchina, Tan Weitang, eine Firma, welche Lebensmittel in China und ins Ausland verkauft, zu 15 Jahren Haft und sein Stellvertreter [...]
Zitat von Vision6Warum nur, warum? Hoch allergene Stoffe werden von sogenannten Spitzenköchen (oder solchen, die sich gern dafür halten lassen) in jedem Rezept verbraten, wie hier mal wieder Muskatnuss. Und wofür? Es gibt doch wirklich bessere Geschmacksträger als diese öde Nuß. Immerhin: Senf (wenn auch hier eine Snob Sorte) gehört in eine Frikadelle, Fisch definitiv nicht, Worchestershiresauce wäre eine traumhafte Bereicherung. Aber bitte, jeder wie er kann, bzw. auch nicht. Gut Mampf.
Nur mal so :) Im Dezember 2006 wurde der Leiter der Guangzhou Tianyang Foodstuffs Company in Südchina, Tan Weitang, eine Firma, welche Lebensmittel in China und ins Ausland verkauft, zu 15 Jahren Haft und sein Stellvertreter zu zehn Jahren Haft verurteilt, weil sie den Farbstoff Sudanrot (Sudan® III) in Chiliöl und -pulver beimischten.[3] Zwischen April 2002 bis März 2005 sollen sie mit dieser Methode weit über eine halbe Million Dollar Gewinn gemacht haben. Ebenfalls fanden britische Lebensmittelkontrolleure am 18. Februar 2005 in Worcestersauce aus englischer Produktion den Farbstoff Sudangelb (Sudan® I).[4] http://de.wikipedia.org/wiki/Sudan_(Farbstoff)
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