Hamburg - Die Saarbrücker Fahnder prüfen zurzeit, ob sich der Rechtsextremist Udo Pastörs beim politischen Aschermittwoch der Saar-NPD der Volksverhetzung schuldig gemacht haben könnte. Das ZDF, das auch Aufnahmen gemacht hatte, lehnte die Bitte der Ermittler um Herausgabe seines Materials ab. Der ZDF-Justitiar teilte der Staatsanwaltschaft mit: Das ZDF sei "zu strikter Neutralität verpflichtet" und könne "keine Rechercheaufgaben zu Ermittlungszwecken" durchführen.
Ein Radioredakteur des Norddeutschen Rundfunks, der selbst nicht bei der NPD-Veranstaltung war, hatte laut SPIEGEL-Informationen offenbar weniger Hemmungen, als Hilfspolizist tätig zu werden. Er bat Kollegen des NDR-Fernsehens um den Gesamtmitschnitt der Pastörs-Rede, die ein Team des Satiremagazin "Extra 3" gedreht hatte, und schickte das Tondokument mit seiner Visitenkarte und freundlichen Grüßen an die Staatsanwaltschaft.
Ein NDR-Sprecher bestätigte den Vorgang laut SPIEGEL. Der Redakteur habe "mit der Überlassung des Materials an die Staatsanwaltschaft seine Recherchen vertiefen" wollen. "Der NDR billigt die Herausgabe des Gesamtmitschnitts der Rede nicht. Der NDR gibt nicht gesendetes Material nicht an Ermittlungsbehörden heraus."
Auf anderen Social Networks posten:
was bitte ist denn an dieser (zutreffenden) feststellung NICHT zu verstehen? mehr...
wie ist das denn gemeint? mehr...
.... Bekanntlich leben wir in einer Demokratie und die Demokratie lebt von der Gewaltenteilung. Die bedeutet nämlich Kontrolle, insbesondere Kontrolle der Mächtigen. Wichtigstes Kontrollorgan einer Demokratie ist die freie [...] mehr...
Ich finde nicht, dass der Redakteur etwas getan hat, das gegen Usancen von Redakteuren verstößt. Warum der NDR sich hier so ziert, ist mir unbegreiflich. Ich könnte verstehen, wenn das Material nicht gesendet worden wäre und der [...] mehr...
Ich verstehe das Problem nicht, denn der Vorfall hat nichts mit der Vertraulichkeit des Wortes zu tun. Wenn ein Politiker eine Rede hält, darf die Presse diese Veröffentlichen. Und wenn sie die Rede veröffentlichen darf, darf die [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Kultur | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Gesellschaft | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH