Die ZDF-Polit-Talkerin Maybrit Illner hat sich in der Debatte um Nebentätigkeiten von Journalisten für einen "Kodex, auf den sich alle verpflichten" ausgesprochen. Das wäre die "beste Lösung", sagte sie dem SPIEGEL.
"Ich bin sehr für Transparenz, weil Glaubwürdigkeit ein zentraler Wert eines jeden Journalisten ist", sagte Illner. Sie selbst halte sich an "ein paar sehr klare Regeln". Erstens lasse sie sich von keiner Agentur vermarkten. Zweitens wähle sie sehr genau aus, was sie moderiere. Drittens dürften diese Veranstaltungen nicht nur einen Finanzier haben. Viertens mache sie grundsätzlich keine Werbe- oder Galaveranstaltungen.
Die Moderatorin schließt sich damit den Forderungen von Senderverantwortlichen nach mehr Transparenz an. ZDF-Intendant Markus Schächter und NDR-Intendant Lutz Marmor hatten bereits angekündigt, die Nebentätigkeiten in Zukunft strenger kontrollieren zu wollen.
Ausgelöst wurde die Debatte vor wenigen Wochen, als Nebenverdienste mehrerer öffentlich-rechtlicher Journalisten bekannt wurden. Der "Carta"-Blogger Marvin Oppong deckte auf, wie sich ARD-Börsenexpertin Anja Kohl ein Zubrot verdient, und das NDR-Medienmagazin "Zapp" berichtete über lukrative Zusatzeinnahmen von TV-Größen wie Tom Buhrow, Claus Kleber und Peter Hahne.
Durch die öffentliche Debatte gewissermaßen unter Zugzwang, legten erste Journalisten ihre Nebenverdienste freiwillig offen, darunter die "Panorama"-Moderatorin Anja Reschke. Auch Marietta Slomka vom ZDF-"heute journal" hat bereits detailliert Auskunft gegeben. Sie gab außerdem an, einen Teil ihrer Verdienste für wohltätige Zwecke zu spenden.
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