SPIEGEL ONLINE: Herr Marmor, wie kommt es, dass sich ARD und ProSieben nach all dem Hin und Her nun doch noch auf eine Zusammenarbeit beim Eurovision Song Contest geeinigt haben?
Marmor: Wir sind hartnäckig im Gespräch geblieben - am Ende haben die Bedingungen gepasst. Es sind jetzt auch die ARD-Radiosender dabei, und ich glaube, das wird eine runde Sache. Wir haben aber erst Eckpunkte festgelegt, noch nicht jedes kleine Detail. Die Verhandlungen sind gut gelaufen, insofern bin ich sehr zufrieden.
SPIEGEL ONLINE: Was muss noch ausgehandelt werden?
Marmor: Wie genau etwa die ARD-Radiosender sich beteiligen und welche. Darunter sind auf jeden Fall prominente Sender wie WDR 1LIVE und SWR 3. Im Norden ist NDR 2 dabei. Es ist ja noch Zeit. Wir wollten über die grundsätzliche Einigung dennoch sehr zeitnah informieren.
SPIEGEL ONLINE: Ein Teil der Vorentscheid-Sendungen wird in der ARD ausgestrahlt, ein Teil bei ProSieben. Das ist eine gewagte Konstruktion. Haben Sie keine Angst, sich damit als Intendant der Kritik auszusetzen?
Marmor: Das kann man nie ausschließen, aber man muss auch mal was riskieren. Wenn man alles nur aus Sorge vor eventuellen Reaktionen macht oder unterlässt, dann kommt man nicht weiter. Mir gefällt der Mut, ein Experiment zu wagen - das könnte natürlich auch scheitern, aber davon gehe ich nicht aus. Ich glaube an die Idee. Lassen Sie es uns einfach mal ausprobieren.
SPIEGEL ONLINE: Was versprechen Sie sich von Stefan Raab als zentraler Figur des Contests?
Marmor: Er war schon dreimal beim Grand Prix beteiligt, als Produzent und auf der Bühne, und er hatte immer sehr gute Ergebnisse. Es geht darum, den bestmöglichen Interpreten mit dem bestmöglichen Song nach Oslo zu schicken. Und da glaube ich, dass Raab eine große Kompetenz besitzt, die er in den letzten Jahren unter Beweis gestellt hat.
SPIEGEL ONLINE: Gesteht der NDR mit der Kooperation ein, es alleine nicht mehr zu schaffen?
Marmor: Das sehe ich nicht so. Ich fände es kleinkariert, so zu denken. Man kann doch gerade in so einem Fall mal in neue Richtungen denken. Stefan Raab ist ein ganz hervorragender Musikproduzent und Musiker, und diese Qualität für uns zu gewinnen, finde ich völlig in Ordnung. Wenn am Ende dabei eine Win-Win-Situation entsteht, was wir uns ja davon versprechen, warum denn nicht? Große Aufmerksamkeit erzielt die Zusammenarbeit bestimmt. Mit den ARD-Radiosendern, dem Ersten, ProSieben und mit Stefan Raab als Juryvorsitzendem - das ist ein rundes Paket.
SPIEGEL ONLINE: Wurde zwischenzeitlich darüber nachgedacht, den Contest ganz abzugeben?
Marmor: Nein, solche Gedanken gab es nie. Wir hätten sonst andere Alternativen gehabt. Der Eurovision Song Contest ist eine Traditionsveranstaltung, die nach wie vor sehr viele Zuschauerinnen und Zuschauer interessiert. Der letzte europäische Entscheid war ein enormer Publikumserfolg. Leider hat unser Song dort nicht reüssiert, aber dennoch war es ein großes Fernsehereignis, das auch Jüngere erreicht hat. Es gab nie Überlegungen, das abzugeben - und aufzugeben erst recht nicht.
SPIEGEL ONLINE: Die Kooperation dient doch sicher in erster Linie dazu, junge Zuschauer zu locken.
Marmor: Das kann ein Nebeneffekt sein, aber wie gesagt hat der Gesamtentscheid bereits ein sehr junges Publikum. Beim letzten Mal hatten wir bei den Jungen einen Marktanteil von 35 Prozent. Das ist nicht nur für ARD-Verhältnisse sehr gut. Aber natürlich kann es noch besser werden. Vor allem bekommen wir durch den Vorlauf Aufmerksamkeit über eine längere Strecke, das kann uns helfen und ebenso ProSieben.
SPIEGEL ONLINE: Wäre eine Kooperation auch in anderen Bereichen möglich?
Marmor: Rein theoretisch ja, aber wir haben gerade mit einer angefangen und wollen selbstverständlich nicht alle Grenzen verwischen. Wir sprechen konkret über Unterhaltung und über ein ganz spezielles Format, bei dem etwas ausprobiert wird. Es ist übrigens keineswegs die erste senderübergreifende Kooperation. Bei der Fußballweltmeisterschaft mussten wir uns schon mal zwangsweise die Ausstrahlungsrechte mit RTL teilen. Ich finde, in einem funktionierenden dualen Rundfunksystem sollte man nicht zu kleinteilig denken. Ich bin jedenfalls optimistisch, dass sich die Kooperation vor allem fürs Publikum lohnen wird.
SPIEGEL ONLINE: Der Bundesvision Songcontest, den Stefan Raab auf ProSieben veranstaltet, wird zugunsten des Eurovision Song Contest um einige Monate verschoben. Da muss der NDR doch ganz schön was geboten haben.
Marmor: Wenn sie auf Finanzielles anspielen, das hält sich alles in einem sehr fairen Rahmen. ProSieben zahlt für die Sendungen, die auf ProSieben laufen, der NDR bezahlt die Sendungen im Ersten. Ich bin sicher, Stefan Raab reizt die Aufgabe einfach. Manchmal, glaube ich, haben Leute schlicht Lust, Dinge über Grenzen hinweg auszuprobieren.
Das Gespräch führte Carolin Neumann
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Och wissen Sie, ein Vater, der sich im Babyalter des Kindes verpisst hat und seitdem keine Rolle in dessen Leben spielt - warum sollte man den "erwähnen" ? Der könnte mir auch den Buckel runterrutschen... mehr...
Da sagen Sie das Richtige. Die Schwadronierer der Medien sind das eine, die Fakten das andere. All die unmusikalischen Kommentatoren, die selber a-Moll nicht von A-Dur unterscheiden können, suchen ihr Betätigungsfeld eben in [...] mehr...
Nö sie ist ja auch nur eine Puppe der TV-Industrie. Singen kann sie gerademal durchschnittlich. Sie ist generell stinknormal durchschnittlich, die aber Richtung Größenwahn abdriftet. Ich denke dem normalen Musikbusiness sollte [...] mehr...
Ja und außerdem war er abgehauen, und nach langer Zeit wieder aufgetaucht...Die Kohle hat der Alte wohl gerochen und plötzlich ist er stolz auf Lena.., die er 16 Jahre nicht gesehen hat. Ich glaube die Kollegin Celestine hat [...] mehr...
Wurde aber anfangs eben gar nicht erwähnt, bis die Zeitungen den Vater heraus gekramt hatten. Lena wurde explizit als "Mädchen aus gutem Hause" promotet. Mir ist es wurscht - der Lena-PR-Maschinerie war es das [...] mehr...
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