Von Isabell Hülsen und Martin U. Müller
Hamburg - Der Nachfolger von Helmut Markwort, 72, an der Spitze des "Focus" ist gefunden: Wolfram Weimer, 44, bisher Chefredakteur der Zeitschrift "Cicero", wird nach SPIEGEL-Informationen ab dem 1. September 2010 das Münchner Magazin verantworten. Mit der Besetzung der Spitzenpersonalie wird die monatelange Spekulation um die Führung beendet. Markwort hatte in den vergangenen Monaten noch ein neues Konzept für das Heft erarbeitet, das unter Anzeigen- und Auflagenkrise leidet; zuletzt lag die Gesamtauflage nur noch bei rund 615.000 Exemplaren. Mit der Personalie ist auch eine Neupositionierung des "Focus" verbunden: Weimer soll künftig für weniger Nachrichten und Nutzwert-Journalismus und für mehr Analyse und Hintergrund sorgen, um im Wettbewerb mit SPIEGEL und "Stern" zu bestehen.
Zwar kursierten in den vergangenen Monaten Namen verschiedener Kandidaten in der Branche, doch offenbar war Weimer der einzige Wunschkandidat. Markwort sei an der Personalentscheidung beteiligt gewesen, heißt es im Burda-Verlag. Anders als sein Vorgänger wird Weimer aber nicht Vorstand in dem Münchner Medienkonzern. Dieses Amt wird Markwort dem Vernehmen nach bis Ende Dezember 2010 behalten und danach als Herausgeber fungieren. Sein Mit-Chefredakteur Uli Baur bleibt. Der "Focus" wird damit künftig von Vorstand Philipp Welte verantwortet.
Weimer, geboren 1964, wuchs in der portugiesischen Hafenstadt Porto auf. Nach seinem Studium arbeitete er zunächst als Redakteur für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", später dort als Korrespondent in Madrid. 1998 wechselte er in die Chefredaktion des Springer-Blattes "Die Welt", von 2000 bis 2002 war er deren Chefredakteur und führte das Blatt mit der Lokalzeitung "Berliner Morgenpost" zusammen.
2004 gründete Weimer das politische Magazin "Cicero". Das Heft erscheint seitdem im Schweizer Verlag Ringier ("Blick") und meldete zuletzt eine hart verkaufte Auflage von rund 80.000 Exemplaren. Das Heft gilt als politisch konservativ und geriet zuletzt in die Schlagzeilen, als die Staatsanwaltschaft Potsdam die Redaktionsräume durchsuchen lies. Anlass war ein Artikel über einen jordanischen Terroristen, für den aus vertraulichen Akten des Bundeskriminalamtes zitiert wurde. Weimer und einem Redakteur wurde Beihilfe zum Geheimnisverrat vorgeworfen. Das Verfassungsgericht urteilte später, dass die Durchsuchung der Redaktion verfassungswidrig gewesen sei.
2008 beklagte Weimer öffentlich eine "Subprime-Krise" im deutschen Journalismus: "Es gibt eine seltsame Hierarchie von Wertigkeiten. Jeder kennt Verona Pooth, aber unsere Nobelpreisträger werden nicht gefeiert." Die Verlage müssten sich ihrer Kernkompetenz besinnen: "Laptops und Waschmaschinen zu verkaufen oder Post werden zu wollen, kann nicht das Ziel eines Medienunternehmens sein."
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...den Focus lesen? Die Apothekenumschau gibt's umsonst....! mehr...
Heißt das, wir dürfen uns endlich über das F-Wort lustig machen, ohne dass einer verklagt wird? mehr...
... habe ich vor Jahren im Wartezimmer einer Kinderarztpraxis gesichtet - im Mülleimer. Das eigentlich erstaunliche ist, dass der Niedergang eines Blattes so lange dauert, obwohl es doch durch seinen bräsigen, selbstgerechten [...] mehr...
...das trifft wohl am Besten. Wenn er wo rumliegt, blättere ich ihn durch, aber kaufen?? Nee, zuviele Häppchen und Bildchen, zu bunt, zu wenig wichtiges. RTL eben. mehr...
...die Woche habe ich auch sehr vermisst nach ihrem Verschwinden. Wie hieß da nochmal der Chefredakteur? mehr...
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