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06.11.2009
 

Nazi-Raubkunst

Bundestags-Bismarck soll zurück an Sammler-Erben

Die Nazis hatten den Bankier Herbert M. Gutmann gezwungen, seine Sammlung zu verkaufen - darunter ein Bismarck-Porträt, das heute dem Bundestag gehört. Jetzt will das Parlament das Gemälde zurückgeben.

Hamburg/Berlin - Der Deutsche Bundestag will ein Bismarck-Porträt des Malers Franz von Lenbach an die Erben des einstigen jüdischen Besitzers zurückgeben. Man stehe kurz vor einer entsprechenden Vereinbarung, teilte das Parlament am Freitag in Berlin mit.

Nach Angaben des ARD-Magazins "Kontraste" gehörte das Gemälde bis 1934 dem Bankier Herbert M. Gutmann. Der Vorstandschef und spätere Aufsichtsrat der Dresdner Bank wurde im Zuge der "Arisierung" von den Nazis gezwungen, seine Kunstsammlung zu verkaufen, um ungerechtfertigte Forderungen zu finanzieren. Mitte der sechziger Jahre wurde das Bild von einem Privatsammler für den Bundestag erworben.

Nach Angaben des Bundestags ergab eine hausinterne Prüfung, dass keine weiteren Kunstwerke aus der sogenannten Nazi-Raubkunst stammen. Spezialisten sollen zur Sicherheit jetzt mit Nachrecherchen beauftragt werden. Nach Angaben eines Sprechers gehören zu der Sammlung 225 Kunstwerke, die vor 1945 entstanden sind. Dies seien lediglich fünf Prozent der gesamten Kunstbestände. Schwerpunkt der Bundestags-Sammlung ist die zeitgenössische Kunst.

sha/dpa

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