Mittwoch, 10. Februar 2010

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20.11.2009
 

Oprah Winfrey

Ende für beliebteste Talkshow der USA

US-Starmoderatorin Oprah Winfrey: Bei ihr drehte schon Tom Cruise durch.
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AFP

US-Starmoderatorin Oprah Winfrey: Bei ihr drehte schon Tom Cruise durch.

Sie gilt als "die mächtigste Frau der Welt": Wenn US-Moderatorin Oprah Winfrey talkt, kommen die Superstars. Jetzt soll ihre Nachmittagshow eingestellt werden - eine Nachricht, die in den USA für Riesenwirbel sorgt, denn die Folgen für die TV-Landschaft sind nicht absehbar.

Sie selbst würde es wohl einen aha moment, einen Moment der Erkenntnis und Erschütterung nennen: US-Starmoderatorin Oprah Winfrey wird Medienberichten zufolge am Freitag verkünden, dass die nach ihr benannte Talkshow am 9. September 2011 nach 25 Jahren Laufzeit enden wird.

Was für deutsche Ohren wie eine Nebensächlichkeit klingt, erschüttert in den USA die Medienszene. Nicht nur ist die "Oprah Winfrey Show" die erfolgreichste Talkshow des Landes mit einem legendären Quotenrekord von 62 Millionen Zuschauern - sie prägt die Programmabläufe mehrerer Sender. Wenn der Nachmittagstalk in zwei Jahren endet, wird das tiefgreifende Veränderungen in der US-TV-Landschaft mit sich bringen. Die ABC-Kanäle werden auf ihr stärkstes Quotenzugpferd ins Abendprogramm verzichten müssen. Für CBS, das die Lizenzrechte für die Show hat, wird eine zentrale Einnahmequelle wegbrechen. Der Talk wird in über 145 Ländern gezeigt, in den USA erreicht er 42 Millionen Zuschauer pro Woche.

Für Fans der 55-Jährigen Talkerin wird es aber wohl keinen endgültigen Abschied von ihrem Idol bedeuten: Winfrey will sich in den nächsten Jahren auf den Aufbau ihres eigenen Kabelsenders namens "Oprah Winfrey Network" (OWN) in Kooperation mit Discovery konzentrieren. Ob und in welcher Form ihre Talkshow dort fortgeführt wird, ist noch unklar.

Die "Oprah Winfrey Show" startete 1985 als Boulevard-lastiger Talk, durch Winfreys intensive, aber gleichzeitig respektvolle Art der Interviewführung konnte sie sich jedoch schnell eine große Fangemeinde aufbauen. Viele Stars und Politiker traten exklusiv in ihrer Show auf und sorgten für spektakuläre TV-Momente: Michael Jackson sprach 1993 mit Winfrey erstmalig über seine vermeintliche Pigmentstörung - die Sendung ist mit rund 62 Millionen Zuschauern noch immer die meistgesehene Ausgabe. 2005 sprang Tom Cruise mehrfach auf ihre Couch und rief, wie sehr er seine neue Freundin Katie Holmes liebe. "Der Junge ist echt drüber", kommentierte Winfrey damals lachend. Am Montag dieser Woche hatte sie die ehemalige Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin zu Gast - wiederum ein Quotenhit. "Oprah, du bist die Königin der Talkshows", schmeichelte Palin ihr.

Winfrey, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt, ist neben ihrer Karriere als Moderatorin auch als TV- und Filmproduzentin erfolgreich, zuletzt mit dem Oscar-Favoriten "Precious". Das Wirtschaftsmagazin "Forbes" bezifferte ihr Vermögen in diesem Jahr auf 2,7 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro), auf die Liste der Milliardäre kam sie 2003 als erste schwarze Frau. Auf der "Forbes"-Liste der einflussreichsten Prominenten rutschte sie in diesem Jahr nach Angelina Jolie auf Platz zwei. Dabei blieb sie aber mit 275 Millionen Dollar Jahreseinkommen die Spitzenverdienerin.

Winfrey hat sich immer wieder für die Rechte von Frauen und Afroamerikanern eingesetzt. Ihre Unterstützung für US-Präsident Barack Obama während seines Wahlkampfs 2008 war ihr bislang einziges parteipolitisches Statement, es gilt aber als mitentscheidend für den Sieg Obamas: CNN und Time.com kürten sie 2001 nicht umsonst zur "wahrscheinlich mächtigsten Frau der Welt".

hpi/ap

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