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27.11.2009
 

Hessischer Rundfunk

Zoff wegen Brender-Berichterstattung

Von Markus Brauck

ZDF-Verwaltungsrat: Die Mitglieder des Kontrollgremiums
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DDP

Beim Hessischen Rundfunk gibt es Ärger zwischen Redakteuren und dem Intendanten. Senderchef Helmut Reitze habe die Berichterstattung über den Fall Brender behindert, so der Vorwurf. Die Sender-Chefs sprechen von "Legendenbildung."

Am Montag dieser Woche wollten Redakteure der TV-Sendung "hessenschau" des Hessischen Rundfunks (HR) einen Beitrag über die geplante Abwahl von Nikolaus Brender machen. 35 Staatsrechtler hatten in einem offenen Brief vor einer Verletzung der Verfassung gewarnt und dabei auch den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch im Blick gehabt, der die Absetzung des ZDF-Chefredakteurs betrieb.

Doch Fernsehchefredakteur Alois Theisen wollte den Beitrag nicht haben. Das sei kein Thema für die "hessenschau", sagte er auf Anfrage. Die HR- Nachrichten hätten rein lokalen Bezug, und der sei auch nicht dadurch gegeben, dass Koch im ZDF-Verwaltungsrat sitze. Diesen Posten, so Theisen, besetze Koch ja "nicht als Ministerpräsident, sondern als Vertreter der Länder".

HR-Sprecher Tobias Häuser sagt, der Intendant habe lediglich davon gesprochen, dass es bei medienpolitischen Themen "im Hessischen Rundfunk wie in allen ARD-Anstalten" einen Genehmigungsvorbehalt gebe. Entschieden habe aber nicht Reitze selbst, sondern die jeweiligen Chefredakteure. HR-Redakteuren, so heißt es im Haus, sei gesagt worden, es gebe folglich keineswegs ein Berichterstattungsverbot. Es sei eben nur in einigen Fällen keine Erlaubnis erteilt worden.

"Hitzige Diskussionen in den Redaktionen"

Auch in der Redaktion des Hörfunksenders HR-info regte sich Unmut. Am Montag hatte man dort noch über den Brief der Staatsrechtler berichtet. Ab Dienstag sei das Thema Brender nicht mehr erwünscht gewesen, heißt es aus Redaktionskreisen. Häuser bestreitet das.

Darüber habe es "hitzige Diskussionen in den Redaktionen" gegeben, heißt es im HR. Erst am Freitag habe sich die Linie wieder geändert.

Grund hierfür könnte die Intervention des Redakteursauschusses sein. Der fragte am Dienstag bei den zuständigen Redaktionsleitern nach und wurde daraufhin von Intendant Reitze zum Gespräch geladen. Am Freitagnachmittag um 14 Uhr trafen sich Intendant und Redakteursvertreter dann zum Austausch.

Am heutigen Freitagabend berichtet die "hessenschau" nun doch über den Fall Brender. Die Senderspitze habe wohl gemerkt, dass man zu weit gegangen sei, heißt es im Redakteursausschuss. Eine Erklärung, die der Chefredakteur nicht gelten lässt. Es habe, sagt Theisen, mit den Vorwürfen des hessischen Oppositionsführers Thorsten Schäfer-Gümbel heute ja schließlich einen landespolitischen Anlass gegeben.

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Der Intendant steht an der Spitze des Senders. Er vertritt das ZDF nach außen und führt die Geschäfte. Seit März 2002 ist Markus Schächter Intendant des ZDF. Mit dem besten Ergebnis in der Geschichte des ZDF (60 von 61 Stimmen) wurde er im Dezember 2005 im Amt bestätigt. Er ist verantwortlich für das Program und beruft den Chefredakteur - allerdings braucht er für seinen Vorschlag die Zustimmung des Verwaltungsrates. Diese hat er im Fall Nikolaus Brender nicht bekommen. Unionsministerpräsident Koch hatte bereits im Februar erklärt, er wolle einen anderen Chefredakteur. Am 27. November stimmten nur sieben der 14 Verwaltungsrats-Mitglieder für Brender - er hätte neun Stimmen gebraucht.

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