Berlin - Die Mitarbeiter des Nachrichtensenders N24 setzen sich gegen mögliche Einsparungen und eine inhaltliche Abkehr vom Nachrichtengeschäft zur Wehr. In einem offenen Brief richteten sich rund 200 Unterzeichner, darunter Sat.1-Anchorman und N24-Chefredakteur Peter Limbourg, an den Vorstandsvorsitzenden der ProSiebenSat.1 Media AG, Thomas Ebeling. Sie forderten "den Erhalt von N24 als Nachrichtensender und als kompetenten Produzenten der Nachrichten für die Vollprogramme Sat.1, ProSieben und Kabel 1".
Ebeling hatte in der vergangenen Woche der "Süddeutschen Zeitung" gesagt, Nachrichten seien für die Mediengruppe "in jedem Fall ein Zuschussgeschäft". Daher stehe neben einem Verkauf "eine Optimierung der derzeitigen Form von N24 bis hin zu einer völligen inhaltlichen Neuausrichtung" zur Debatte. Der SPIEGEL hatte zuvor berichtet, dass der Nachrichtenanteil am Programm reduziert und durch günstiger zu produzierende Dokumentationen ersetzt werden soll.
"Wir fordern, dass die größte private TV-Sendergruppe in Deutschland auch weiterhin ihrer Informationspflicht im Sinne des Rundfunkstaatsvertrages gerecht wird", schrieben die N24-Mitarbeiter nun an Ebeling. "Wenn der Vorstand seine Pläne verwirklicht, würde ein Großteil der Zuschauer von privaten Fernsehsendern nur noch billige Feigenblatt-Nachrichten sehen." Zudem heißt es in dem Brief, andere private Rundfunkanbieter könnten "dem negativen Beispiel folgen", so dass "Informationsangebote in ihrer jetzigen Form und Vielfalt bald nicht mehr existieren werden".
Neben dem eigenen Nachrichtenprogramm beliefert N24 auch die Nachrichtensendungen der anderen Sender der Mediengruppe.
can/ddp
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