Libeskind: Im Gegenteil. Vor allem jetzt, da die Leute kein Geld haben, sind gewagte Projekte wichtig, die einen dauerhaften finanziellen Wert haben. Es ist nicht die Zeit für Mittelmäßigkeit. Nur in Krisenzeiten schaffen die Menschen Außerordentliches. Unter solchen Umständen wurden auch das Empire State Building oder das Rockefeller Center gebaut.
SPIEGEL ONLINE: Das Empire State Building entstand während der Weltwirtschaftskrise, war danach aber 20 Jahre lang nicht profitabel.
Libeskind: Sicher, Projekte wie das CityCenter werden wir in den kommenden Jahren nicht mehr sehen. Aber die Vision meiner Klienten war außerordentlich. Diese Art von Architektur ist ihrer Zeit auf viele Weise voraus.
SPIEGEL ONLINE: Das muss ein ziemlicher Kraftakt gewesen sein. Das Kapital kommt je zur Hälfte von MGM Mirage und vom hochverschuldeten Emirat Dubai. Wie konnte da so ein Mega-Projekt entstehen?
Libeskind: Das müssen Sie MGM Mirage fragen. Für mich jedenfalls war es irrsinnig, dass dieses Vorhaben in so kurzer Zeit und auf einmal fertig wurde. Und dann guckst du aus dem Fenster, und der Rest von Las Vegas scheint sich in einer ganz anderen Zeitzone zu befinden.
SPIEGEL ONLINE: Sie widersprechen also Kritikern wie Christopher Hawthorne von der "Los Angeles Times", der das CityCenter als "ein letztes Echo der Boom-Jahre" abtut?
Libeskind: Große Visionen, die Städte verwandeln, werden nicht verschwinden. Wir werden nicht verzagen und jetzt kleine Häuser bauen. Natürlich ist es für viele eine schwierige Zeit. Aber es ist auch eine gute Zeit, Architektur zu überdenken. Zu überdenken, was wir hier überhaupt machen.
SPIEGEL ONLINE: Und was machen Sie in Las Vegas?
Libeskind: Meine Idee war es, die Trennung zwischen Kommerz, Kultur und Entertainment auszuradieren. Wir sind so daran gewöhnt, dass wir auf der einen Seite Museen haben, auf der anderen Wohnhäuser und so weiter. Ich wollte einen kühnen architektonischen Raum schaffen, der diese Regeln sprengt. "Crystals" ist wie ein spektakuläres Museum, in dem Sie eine Gucci-Tasche kaufen können.
SPIEGEL ONLINE: Sind Einkaufszentren unsere neuen Museen?
Libeskind: Irgendwie ist das ironisch: Jedes Mal, wenn ich ein Museum baue, will der Kunde sichergestellt haben, dass es sich kommerziell trägt, dass auch der Shop Geld macht. Umgekehrt wollen kommerzielle Klienten Geld verdienen, aber auch den kulturellen Wert erhöhen.
SPIEGEL ONLINE: Kommerz ist Kultur.
Libeskind: Schon immer. Schauen Sie sich nur die belebten Straßen in Städten an, die wir lieben und zu schätzen wissen. Meine Idee war es, den urbanen Raum des "Las Vegas Strip" zu erweitern und zu einem Anziehungspunkt zu machen, durch den die Menschen flanieren können.
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Ich weiss ja nicht, ob sie die 1990er Jahre im Tiefschlaf verbrachten oder damals noch zur Schule gingen und mit ihrer Pubertät beschäftigt waren, wofür ich volles Verständnis hätte, aber wenn sie glauben, ich wüsste nicht, wie [...] mehr...
In Las Vegas genau so wie in Berlin. mehr...
was aus Las Vegas geworden ist. Ich war 1988 da, da gab es noch die ganzen gigantischen alten Hotels (zum großen Teil mittlerweile abgerissen) wie Sands, Golden Nuggett, Flamingo, Bally etc. die die Gäste mit ihrem Ambiente zum [...] mehr...
... und schaffen es doch nicht, den dreck in der welt ein wenig zu reduzieren... gute nacht, allerseits... mehr...
Nur keinen Neid, meine Damen und Herren, denn diese Architektur ist großartig und für Architekten und Architekturstudenten hierzulande bestes Beispiel, dass auch anderes möglich ist! Wer die Tinte nicht halten kann, möge bitte [...] mehr...
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