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30.12.2009
 

Reporter ohne Grenzen

Zahl der getöteten Journalisten deutlich gestiegen

Demonstrant am 27. Dezember in Teheran: Iran war 2009 kein guter Ort für ReporterZur Großansicht
AFP

Demonstrant am 27. Dezember in Teheran: Iran war 2009 kein guter Ort für Reporter

Es war ein besonders schlechtes Jahr für die Pressefreiheit: Die Organisation Reporter ohne Grenzen konstatiert 76 tote Journalisten und eine Zunahme der Bedrohungen. Kritische Blogger sind inzwischen ebenso Zielscheibe von staatlicher Repression wie Vertreter klassischer Medien.

Es ist der größte von Reporter ohne Grenzen jemals dokumentierte Vorfall dieser Art: Am 23. November wurden 30 Medienmitarbeiter Opfer eines blutigen Massakers in der südphilippinischen Provinz Maguindanao - sie starben, als sie einen Politiker zu einem Wahlbüro begleiteten.

Auch sonst stand es um die Sicherheit von Reportern in vielen Ländern 2009 schlecht. 76 Journalisten starben, 16 mehr als 2008; 1456 wurden angegriffen oder bedroht - eine Steigerung von fast 57 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wurden 2008 noch 353 Medien zensiert, waren es 2009 schon 570; 60 Länder sind laut Jahresbericht von Reporter ohne Grenzen mittlerweile von einer Zensur des Internets betroffen.

Nie zuvor dokumentierte die Organisation eine so hohe Zahl von inhaftierten Bloggern und Internetnutzern. Derzeit sind fast 110 Menschen in elf Ländern im Gefängnis, weil sie im Web ihre Meinung frei geäußert haben. "Sobald die neuen Medien eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Informationen spielen, reagieren einige Regierungen mit besonders harten Repressionen", sagte Reporter-ohne-Grenzen-Generalsekretär Jean-François Julliard. "Blogger stehen mittlerweile unter der gleichen Beobachtung wie Mitarbeiter konventioneller Medien."

Julliard äußerte sich zudem besorgt über die Massenauswanderung von Journalisten aus undemokratischen Ländern wie Iran oder Sri Lanka. "Die Behörden dieser Länder haben verstanden, dass sie nachhaltig den Pluralismus der Gedanken und den Grad der Kritik verringern, indem sie Journalisten zur Ausreise bewegen", sagte er.

Vor allem die Berichterstattung in Kriegen und während Wahlen waren 2009 für Journalisten die gefährlichsten Einsätze. Auch die Situation in Europa hat sich dieses Jahr verschlechtert: Nie waren so wenige europäische Länder auf den ersten 20 Plätzen vertreten wie auf der diesjährigen Rangliste der Staaten mit der größten Pressefreiheit. Schlusslicht unter den EU-Mitgliedern in nach wie vor Bulgarien mit Platz 68. Aber auch Länder wie Italien (49) oder Frankreich (43) rutschten ab. Russland steht auf Platz 153 und damit hinter Weißrussland. Deutschland landet auf Rang 18.

Von Martin U. Müller/Mit Material von AFP

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insgesamt 2 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
01.01.2010 von only me: gemordete Journalisten

oh ja, das interessiert sehr wohl, sonst wuerden diese mutigen Journalisten ja noch leben, und die von Ihnen erwaehnten Laender brauchten nicht zu diesem letzen Mittel zu greifen um etwas zu verbergen. Ich glaube fest, [...] mehr...

30.12.2009 von rabenkrähe: Maßstäbe

..... Die Wahrnahme hat sich da sehr verändert: Wenn ein Spitzensportler wie Enke einen, auch anderen gegenüber, höchst brutalen Selbstmord verübt, trauert eine ganze Nation, wird das FS-Programm geändert und eine [...] mehr...

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