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19.01.2010
 

Sprachmüll 2009

"Betriebsratsverseucht" ist Unwort des Jahres

Betriebsratsverseucht? DGB-Chef Michael Sommer hat sicher keine Freude an dem UnwortZur Großansicht
DDP

Betriebsratsverseucht? DGB-Chef Michael Sommer hat sicher keine Freude an dem Unwort

"Ein sprachlicher Tiefpunkt" im Umgang mit Mitarbeitern: "Betriebsratsverseucht" ist das Unwort des Jahres und landete vor den Begriffen "Flüchtlingsbekämpfung", "intelligente Wirksysteme" und "Bad Bank".

Frankfurt am Main - "Betriebsratsverseucht" ist das Unwort des Jahres. Das gab eine unabhängige Jury unter Leitung des Sprachwissenschaftlers Horst Schlosser am Dienstag in Frankfurt am Main bekannt. Das Wort sei in der ARD-Sendung "Monitor" am 14. Mai vergangenen Jahres verwendet worden. Darin berichtete ein Mitarbeiter einer Baumarktkette, der Begriff werde von Abteilungsleitern benutzt, wenn ein Mitarbeiter zwischen einer Filiale mit Betriebsrat und einer ohne Betriebsrat wechseln wolle.

Die Wahrnehmung von Arbeitnehmerinteressen als Seuche zu bezeichnen, sei "ein sprachlicher Tiefpunkt im Umgang mit Lohnabhängigen", sagte Schlosser zur Begründung. Hinter "betriebsratsverseucht" landeten die Begriffe "Flüchtlingsbekämpfung", "intelligente Wirksysteme" und - als sogenanntes Börsenunwort - "Bad Bank".

Schlosser hatte die sprachkritische Aktion 1991 initiiert, damals wurde der Begriff "ausländerfrei" Unwort des Jahres - eine ausländerfeindliche Parole bei den Übergriffen in Hoyerswerda.

Gesucht werden sprachliche Missgriffe in der öffentlichen Kommunikation, die grob unangemessen sind oder gar die Menschenwürde verletzen. Nicht entscheidend ist, wie oft ein Vorschlag gemacht wird.

"Notleidende Banken" - das Unwort des Jahres 2008 - war aus 2117 Einsendungen mit 1129 Vorschlägen ausgewählt worden. In der Jury saßen diesmal neben den vier ständigen Mitgliedern - Sprachwissenschaftler verschiedener Universitäten - der Redakteur der "Frankfurter Rundschau", Stephan Hebel, und der Sozialethiker Friedhelm Hengsbach.

cte/apn/ddp

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insgesamt 26 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
20.01.2010 von Usambaras: Armuts-Flüchtlinge

So kann eigentlich nur jemand denken und schreiben, der keinen blassen Schimmer von wirklicher Armut hat. Wer so arm ist, dass er auch unter lokal herrschenden Bedingungen kein menschenwürdiges Leben führen kann, das ihm das [...] mehr...

20.01.2010 von kdshp: aw

Hallo, ich habe 2 jahre im Bauhaus gearbeitet. Ich wurde um einen geringeren lohn zu zahlen als aushilfe im verkauf eingestellt, mußte dann eine abteilung leiten (2 mitarbeiter) ! Meine ganzen erfahrungen waren sehr negativ [...] mehr...

19.01.2010 von fritzschultz7ink: Noch'n Unwort gefällig?

Mir gefiel gut das Wort vom "Staat als Beute", wohl von der Grünen-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag. "Unwort" nicht die Absenderin, sondern die Empfänger betreffend. Kann aber sein, daß dieser Ausdruck erst [...] mehr...

19.01.2010 von Bala Clava: Nur echt mit Epenthese

Sie hätten noch auf das elegante Fugen-s hinweisen können. Das haben auch nur wir Deutschsprachigen. mehr...

19.01.2010 von suum.cuique: Fluechtling

ist ein Begriff, der in den Medien inflationaer benutzt wird und alle bezeichnet, die ihr Land verlassen um z.B. in die EU zu gehen. Durch diese inflationaere Nutzung wird dem wahren Fluechtling der wg. politischen oder [...] mehr...

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