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11.02.2010
 

Im Jahr 2009

Weltweit 110 Journalisten bei der Arbeit getötet

Zwischen Twitter und Todesgefahr: Nachrichtentechnik wird immer moderner, die Arbeit für Journalisten aber bleibt gefährlich wie eh und je. Über 100 Reporter wurden im Jahr 2009 gezielt getötet, teilt das Internationale Presseinstitut IPI mit - und erhebt Foltervorwürfe gegen Iran.

Hamburg/Wien - Im vergangenen Jahr sind nach Angaben des Internationalen Presseinstituts (IPI) weltweit 110 Journalisten bei der Ausübung ihres Berufs getötet worden. Dies sei die höchste Zahl seit dem Jahr 2000, erklärte das IPI in seinem am Donnerstag in Wien veröffentlichten Jahresbericht. Iran wird als das Land mit den meisten Inhaftierungen von Journalisten erwähnt: Mehr als hundert Reporter und Blogger wurden dort seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl im Juni in Haft genommen.

"Während der Übergang ins neue Jahrtausend von enormem technischen Fortschritt begleitet wurde, befinden wir uns im Bereich der zielgerichteten Tötung von Journalisten, die nur ihren Beruf ausüben, tief in der Barbarei", schreibt der Autor des Berichts, Anthony Mills. Allein im November wurden auf den Philippinen 30 Journalisten umgebracht. Insgesamt starben in dem asiatischen Land 38 Reporter unter gewaltsamen Umständen - so viel wie nirgendwo sonst auf der Welt. In Mexiko wurden elf Journalisten getötet, in Somalia neun. Auch in Pakistan, Kolumbien, Russland und Honduras wurden Journalisten umgebracht.

Mills beschreibt eine neue Entwicklung in Kriegsgebieten wie dem Irak, Afghanistan und Pakistan, wo Journalisten ganz gezielt angegriffen würden. "Das hat die Berichterstattung über diese Konflikte verändert, es wird weniger darüber berichtet und das Verständnis für diese komplexen Vorgänge geht verloren."

Der Regierung in Teheran wirft das IPI vor, sie habe Publikationen zensiert und verboten, ausländische Journalisten ausgewiesen und andere "ungerechten Prozessen und Folter" ausgesetzt. Ende des vergangenen Jahres seien immer noch Dutzende von Journalisten in Erwartung eines Prozesses in Haft gewesen.

Insgesamt sei es im Nahen Osten und in Nordafrika "immer noch die akzeptierte Norm, das diejenigen, die Journalisten töten, angreifen und einschüchtern, straflos davonkommen".

sha/AFP

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