Von Martin U. Müller
Beyoncé Knowles über ihre "Ehe mit Rap-Mogul Jay-Z", "Tanzschritte von Obama" und das Herumsitzen in Jogging-Klamotten. Ein Interview mit dem Rapper Snoop Dogg, jenem Mann, der bis zu 30 Gramm Marihuana am Tag rauchen soll. Solche Geschichten konnte man in der Lebensgefühl-Zeitschrift "Neon" lesen - doch nun gibt es ernste Zweifel an deren Echtheit.
Durch Hinweise des Managements von Beyoncé Knowles nach der Veröffentlichung eines Interviews in der Januarausgabe des Magazins seien Zweifel entstanden, ob das Gespräch überhaupt so stattgefunden hat, heißt es beim Hamburger Verlag Gruner + Jahr ("Stern", "Financial Times Deutschland", Beteiligung auch an der SPIEGEL-Gruppe). Konkret habe das Management am Montag dieser Woche angerufen. Mitarbeitern sei aufgefallen, dass Knowles im Text nicht bestritt, einen Ehevertrag zu haben. Das Interview soll laut Vorspann am Rande der MTV Music Awards in Berlin stattgefunden haben.
Die "Neon"-Chefredakteure Timm Klotzek und Michael Ebert schildern, der Autor habe den Fälschungsvorwurf dann auf Nachfrage nicht ausräumen können und bestätigt, das Gespräch habe tatsächlich "nicht so, wie von ihm vorgelegt, stattgefunden". Daraufhin sei man alle Texte durchgegangen, die der Mann für "Neon" geschrieben habe, sagt Klotzek SPIEGEL ONLINE.
Bei vier weiteren Veröffentlichungen des Autoren bestehen diesen Recherchen zufolge ebenfalls Zweifel. Dabei geht es auch um Kurzinterviews mit den Künstlern Snoop Dogg oder Jay-Z. Auch die Rubrik "Soundtrack meines Lebens" mit der Sängerin Christina Aguilera soll nicht wie vom Autor vorgelegt stattgefunden haben. "Wir hatten nie Zweifel an seiner Arbeit. Alle Geschichten werden bei Neon von einer Dokumentarin überprüft", sagt Klotzek. "Wir wollen nun aber nichts beschönigen und haben die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung beendet." SPIEGEL ONLINE konnte den Autor für Nachfragen nicht erreichen.
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who cares? Wer kehrt? mehr...
... wen interessiert schon, was Beyonce sagt? Es handelt sich bei den betreffenden Texten von Mocek doch um Unterhaltungs-Journalismus und seine (gefaelschten) Interviews (in denen es hauptsaechlich um die Lieblingsmusik des [...] mehr...
die Texte über die Künstler von ihrem Management schreiben lassen? Das spart Zeit und Geld. Denn wer will den Mumpitz schon wissen? Jedem Autor, der es auf sich nimmt, sich aus gewährten mickrigen Interviews irgend was zusammen zu [...] mehr...
Wieder mal ein Fall von hippem Borderline-Journalismus? Was macht das schon für einen Unterschied, ob Beyoncé irgendein Blabla in die Welt hinausbläst oder ein erfinderischer Autor? Apropos borderline: Die falsche Deklination [...] mehr...
Der Autor konnte nicht erreicht werden? Vielleicht, weil er etwas hätte erzählen können über die zunehmende Minderqualifizierung und Unterbezahlung von Menschen, die für Medien, insbesondere für die Presse arbeiten? Es ist eine [...] mehr...
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