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09.06.2010
 

Reform der GEZ

Neue deutsche Gebührenwelle

Von Daniel Bouhs

Massenmarkt Fernsehen: Künftig sollen alle Bürger für TV und Radio zahlenZur Großansicht
Corbis

Massenmarkt Fernsehen: Künftig sollen alle Bürger für TV und Radio zahlen

Die GEZ-Gebühren werden umgebaut, das haben die Ministerpräsidenten beschlossen: Ab 2013 wird der Beitrag pro Haushalt und nicht mehr pro Gerät erhoben. So fallen die lästigen Kontrollen weg. Doch vor einer grundsätzlichen Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks schreckt die Politik zurück.

Hamburg/Berlin - Die Rundfunkgebühr wird ab 2013 pro Haushalt und nicht mehr pro Gerät erhoben. Die Ministerpräsidenten der Länder beschlossen am Mittwoch in Berlin eine entsprechende Reform der Rundfunkfinanzierung, wie der Vorsitzende der Rundfunkkommission, der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD), mitteilte.

Das vom Heidelberger Professor Paul Kirchhof erarbeitete und Anfang Mai vorgestellte Modell war bereits parteiübergreifend, mit Ausnahme der Linken, auf Zustimmung gestoßen. Bislang sind für ein Fernsehgerät monatlich 17,98 Euro fällig, ein Radio kostet 5,76 Euro. Gebühren müssen auch für internetfähige Computer und Handys gezahlt werden.

Begründet wurde die Reform damit, dass die technische Entwicklung dazu geführt habe, dass die Erhebung der Rundfunkgebühr nicht mehr plausibel und womöglich sogar verfassungswidrig sei. Die Höhe der neuen Gebühr muss noch festgelegt werden. Klar ist, dass sie den bisherigen Wert nicht übersteigen soll.

Die Umstellung hat schwerwiegende Folgen für alle deutschen Haushalte, denn Befreiungen gäbe es nach dem neuen Modell so gut wie gar nicht mehr.

Gleichzeitig ist die Umstellung auch für die Sender ein gravierender Einschnitt. Durch die Neuregelung werden ARD, ZDF und Deutschlandradio einem Kultur- und Bildungsgut gleichgestellt, für den per gesellschaftlichem Konsens die Allgemeinheit aufkommt. Die Programme stehen damit in einer Reihe mit Schulen, Universitäten, Theatern und vielen deutschen Filmproduktionen: Für sie muss jedermann zahlen, ob er darauf Lust hat oder nicht.

Wie wird sich die öffentlich-rechtliche Rundfunkfinanzierung verändern? Wird Fernsehgucken teurer? Was sind die Folgen für ARD, ZDF und Co.? SPIEGEL ONLINE beantwortet die wichtigsten Fragen zur Neuordnung der GEZ.

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insgesamt 1354 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
13.07.2010 von chanoyu: Ah ja

Zitat: Pech für Schwarzseher wie Sie: Sie können sich nun nicht mehr entziehen.[/QUOTE] Man könnte auch den Sachverhalt korrekt wiedergeben: ARD /ZDF geben ein Gutachten an Herrn Kirchhoff in Auftrag, der natürlich [...] mehr...

12.07.2010 von klausab: Pech?

Pech, wenn man keinen Fernseher hat und an der Finanzierung zwangsbeteiligt wird. Ich halte das für verfassungsrechtlich auch bedenklich, da man zahlen muß aber selber keinen Einfluß auf die Höhe des Beitrags noch auf Verwendung [...] mehr...

12.07.2010 von cha cha:

Naja, wenn Sie keine Zeitungen lesen ... Schon seit die explizite Gebührenbefreiung für neuartige Empfangsgeräte (also v.a. PCs und Handys) aufgehoben wurde, war allen Beteiligten klar, dass durch die neue Technik die alte [...] mehr...

12.07.2010 von marvinw: Wem haben wir es zu verdanken?

Abgesehen von dem Schwachsinn der eingeführt werden soll, wem haben wir es eigentlich zu verdanken? Wie heißt dieser Politiker der es durchgesetzt hat? Irgendwie habe ich es keiner einzigen Zeitung lesen sehen. mehr...

10.07.2010 von berns: Ich werde klagen

und sehr viele Bekannte werden sich anschliessen. Was da beschlossen wurde, ist völlig verfassungswidrig. Ich rechne fest damit, dass diese Art der Gebühreneintreibung nicht kommen wird, weil das Verfassungsgericht die [...] mehr...

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Das Milliardenspiel der GEZ

Die GEZ führte zuletzt rund 42,5 Millionen Teilnehmerkonten mit 43 Millionen Radios, 37 Millionen Fernsehgeräten und 192.000 "neuartigen Rundfunkgeräten". Insgesamt verteilte sie 7,26 Milliarden Euro an die Sender. Davon erhielten die neun ARD-Anstalten insgesamt rund 5,35 Milliarden, das ZDF knapp 1,73 Milliarden und das Deutschlandradio circa 183 Millionen Euro. Für die GEZ, die in Köln sitzt, arbeiten derzeit etwa 1.100 Mitarbeiter. Hinzu kommen die "Gebührenbeauftragten", die im Auftrag der ARD-Sender im jeweiligen Sendegebiet nach Schwarzsehern fahnden und Fragen zur Gebührenpflicht beantworten.

Immer mehr Bürger lassen sich von der Gebührenpflicht befreien, weil sie arm sind und etwa Hartz-IV beziehen. Derzeit sind im Schnitt aller ARD-Anstalten zehn Prozent aller Gebührenzahler von der Fernsehgebühr befreit. In Berlin und Brandenburg, dem RBB-Sendegebiet, waren es jedoch fast 16 Prozent, gefolgt von Radio Bremen mit gut 15 Prozent. Vor allem im Südwesten Deutschlands lag die Befreiungsquote deutlich darunter: Am geringsten fiel sie mit 6,66 Prozent im Gebiet des Bayerischen Rundfunks (BR) aus, gefolgt vom Südwestrundfunk (SWR) mit 6,80 Prozent.







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