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09.06.2010
 

Reform der GEZ

Neue deutsche Gebührenwelle

Von Daniel Bouhs

Massenmarkt Fernsehen: Künftig sollen alle Bürger für TV und Radio zahlenZur Großansicht
Corbis

Massenmarkt Fernsehen: Künftig sollen alle Bürger für TV und Radio zahlen

2. Teil: Welche Regelungen sollen nun wegfallen?

Vor der Haushaltsabgabe wird sich künftig niemand mehr drücken können - außer er ist arm. Das ist ein Novum: Wer bislang glaubte, Fernsehen mache dumm, und deshalb aus pädagogischen Gründen auf die Glotze verzichtete, der konnte sich die 17,98 Euro sparen. Und wer elektronische Medien völlig verabscheute und lieber zu Zeitungen und Magazinen griff, der konnte sich sogar vor der verminderten Gebühr von 5,76 Euro drücken, die für Radio- und sogenannte "neuartige Rundfunkgeräte" wie PC, Handys oder noch modernere Geräte wie das iPad anfielen.

Diese Möglichkeiten will die Politik ihren Bürgern nun nehmen. Die Umstellung des Modells hat auch einige Vorteile. Bisher leidet das Image der Gebühreneinzugszentrale (GEZ, siehe Kasten links) erheblich, weil die sogenannten Gebührenbeauftragten im Auftrag der neun ARD-Anstalten in Wohnungen und Büros nachprüfen, ob es dort unangemeldete Geräte gibt.

Die GEZ-Fahnder haben nach dem neuen Modell weitgehend ausgedient, hoffen jedenfalls die Politiker. Sie wollen für mehr Akzeptanz der Rundfunkgebühr sorgen, indem sie die Kontrolleure abziehen - freilich zu dem Preis, dass pauschal alle zahlen müssen.

"Ziel der Länder ist es, die Finanzierung für den Rundfunk auf eine zeitgemäße Grundlage zu stellen, die Kontrollbedürftigkeit innerhalb des Systems deutlich zu reduzieren und vor allem auch die Privatsphäre der Rundfunkteilnehmer zu schonen", sagten denn auch Beck und der Koordinator für die Medienpolitik der unionsgeführten Länder, Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU).

Allerdings müssen die Länder sowie die Sendeanstalten nun berechnen, wie hoch in Zukunft die Gebühren ausfallen werden. Bisher nehmen die Anstalten über die GEZ rund 7,3 Milliarden Euro ein.

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insgesamt 1354 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
13.07.2010 von chanoyu: Ah ja

Zitat: Pech für Schwarzseher wie Sie: Sie können sich nun nicht mehr entziehen.[/QUOTE] Man könnte auch den Sachverhalt korrekt wiedergeben: ARD /ZDF geben ein Gutachten an Herrn Kirchhoff in Auftrag, der natürlich [...] mehr...

12.07.2010 von klausab: Pech?

Pech, wenn man keinen Fernseher hat und an der Finanzierung zwangsbeteiligt wird. Ich halte das für verfassungsrechtlich auch bedenklich, da man zahlen muß aber selber keinen Einfluß auf die Höhe des Beitrags noch auf Verwendung [...] mehr...

12.07.2010 von cha cha:

Naja, wenn Sie keine Zeitungen lesen ... Schon seit die explizite Gebührenbefreiung für neuartige Empfangsgeräte (also v.a. PCs und Handys) aufgehoben wurde, war allen Beteiligten klar, dass durch die neue Technik die alte [...] mehr...

12.07.2010 von marvinw: Wem haben wir es zu verdanken?

Abgesehen von dem Schwachsinn der eingeführt werden soll, wem haben wir es eigentlich zu verdanken? Wie heißt dieser Politiker der es durchgesetzt hat? Irgendwie habe ich es keiner einzigen Zeitung lesen sehen. mehr...

10.07.2010 von berns: Ich werde klagen

und sehr viele Bekannte werden sich anschliessen. Was da beschlossen wurde, ist völlig verfassungswidrig. Ich rechne fest damit, dass diese Art der Gebühreneintreibung nicht kommen wird, weil das Verfassungsgericht die [...] mehr...

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Das Milliardenspiel der GEZ

Die GEZ führte zuletzt rund 42,5 Millionen Teilnehmerkonten mit 43 Millionen Radios, 37 Millionen Fernsehgeräten und 192.000 "neuartigen Rundfunkgeräten". Insgesamt verteilte sie 7,26 Milliarden Euro an die Sender. Davon erhielten die neun ARD-Anstalten insgesamt rund 5,35 Milliarden, das ZDF knapp 1,73 Milliarden und das Deutschlandradio circa 183 Millionen Euro. Für die GEZ, die in Köln sitzt, arbeiten derzeit etwa 1.100 Mitarbeiter. Hinzu kommen die "Gebührenbeauftragten", die im Auftrag der ARD-Sender im jeweiligen Sendegebiet nach Schwarzsehern fahnden und Fragen zur Gebührenpflicht beantworten.

Immer mehr Bürger lassen sich von der Gebührenpflicht befreien, weil sie arm sind und etwa Hartz-IV beziehen. Derzeit sind im Schnitt aller ARD-Anstalten zehn Prozent aller Gebührenzahler von der Fernsehgebühr befreit. In Berlin und Brandenburg, dem RBB-Sendegebiet, waren es jedoch fast 16 Prozent, gefolgt von Radio Bremen mit gut 15 Prozent. Vor allem im Südwesten Deutschlands lag die Befreiungsquote deutlich darunter: Am geringsten fiel sie mit 6,66 Prozent im Gebiet des Bayerischen Rundfunks (BR) aus, gefolgt vom Südwestrundfunk (SWR) mit 6,80 Prozent.







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