Nein, Berührungsängste mit den westlichen Japan-Klischees hat Andri Pol wahrlich nicht. Gleich zum Einstieg seines Buches zeigt Pol eine Bildstrecke zum japanischen Kirschblütenfest. Wir sehen junge Japaner in den Parks von Tokio, die unter den rosarot behangenen Bäumen die ersten Sonnenstrahlen genießen, an den Blüten schnuppern, dicht gedrängt auf Plastikplanen unter den Bäumen picknicken. Doch wo Reiseführer-Fotografen gerne mal die leeren Sushiboxen, Bierdosen und Zigarettenschachteln wegretuschieren, interessiert sich der Schweizer Fotograf gerade für diese Stillleben der Wegwerfkultur.
Pol begibt sich mit seinem Bildband auf eine Reise in den japanischen Alltag. Ein Collie und seine Betreuerin, die in einem Hundehotel nebeneinander auf einem jeweils eigenen Laufband trainieren. Obdachlose in Tokio, die sich ihre bescheidenen Hütten aus Plastikplanen, Kartons und Holzlatten zusammengebastelt haben. Schulmädchen beim ausgelassenen Herumtoben in den Bergen. Ein Sumo-Ringer im Kampfoutfit beim Staubsaugen. Und auch mal ein Mädchen im Rotkäppchen-Kostüm, das mit einem Sturmgewehr posiert.
Der Schweizer Fotograf bürstet die Nippon-Gemeinplätze angenehm nonchalant gegen den Strich. Liebevoll zwar, aber doch immer aus der beobachtenden Distanz. Er zeigt das Japan der Hinterhöfe, der Hotelflure, der Autobahnraststätten und Straßenbaustellen. Ob es die Godzilla-Figur im Freizeitpark ist oder der Blumenschmuck neben dem öffentlichen Pissoir - jedes der Bilder erzählt eine Geschichte. Pols Geheimnis: "Ein gutes Bild machen heißt oft warten, stundenlang, obwohl ich weiß, dass es sich nicht immer lohnt. Ich muss so lange an einem Ort bleiben, bis mich die Leute ignorieren."
Nach Japan ist Pol zum ersten Mal im Jahre 1994 gereist, seither hat er immer wieder Geschichten über das Land veröffentlicht. Doch trotz der vielen Besuche bleibt es für ihn ein Mysterium. "Where is Japan" heißt sein Bildband programmatisch. Der Weg ist das Ziel - auch in den bisherigen Arbeiten des Fotografen. Pol ist auf der Suche - nach der Identität eines Landes, einer Kultur, einer Gemeinschaft oder einzelner Menschen. Auch sein Heimatland, die Schweiz, hat er schon öfter unter die Lupe genommen - beispielsweise in seinem Bildband "Grüezi".
Die Kirschblüten, in der japanischen Tradition ein Sinnbild für Schönheit, Aufbruch und Vergänglichkeit, begleiten den Betrachter von Anfang bis Ende des Buches: Die Seitenränder des Bandes sind blassrosa eingefärbt, was die Botschaft des Buchs sanft unterstreicht. Selbst die Yakuza, die am ganzen Körper tätowierten Mitglieder der japanischen Mafia, bekommen durch die pastellene Einfärbung etwas Weiches. Ein hartes Land in zarten Farben.
Auf anderen Social Networks posten:
Aaahhh, dafür gibt es hierzulande dieses primitive Denunzintentum des ewigen deutschen Spiessers nicht. So hat halt jedes Land seine Vor- und Nachteile... mehr...
Falls Sie tatsächlich in Japan leben, was ich aufgrund ihrer beiden Postings eigentlich schon ausschliessen kann, wie fänden Sie es, wenn ich ihre Meinung über Japan und Japaner mal an die richtigen Behörden dort weiterleiten [...] mehr...
Japan ist ein Traumland für Päderasten. In der S-Bahn können sie morgens Männer dabei beobachten wie sie ein typisches Produkt japanischer Kultur: "Mangas" lesen in denen solche Mädchen vergewaltigt werden..... [...] mehr...
Als jemand er seit Jahren hier lebt... gestatten sie dass ich über diesen Satz ganz herzhaft lache? Japan ist ein Dritt-Welt-Land mit einem Haufen Geld.... mehr...
dann lassen sie sich helfen : eugen herrigel "zen in der kunst des bogenschiessens" ist nach wie vor das allerbeste deutsche werk über japan (lassen sie sich nicht von wikipedias stellungnahme dazu in die irre führen - [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Kultur | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Gesellschaft | RSS |
| alles zum Thema Fotografie | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH