Berlin - Die Arbeit von Print- und Online-Journalisten wird immer strenger beobachtet. Beim Deutschen Presserat, der für die Einhaltung des Pressekodex zuständig ist, gingen in diesem Jahr nach SPIEGEL-Informationen schon mehr Beschwerden ein als im gesamten vergangenen Jahr.
Während 2009 insgesamt 1268-mal auf angebliche Verstöße gegen den Pressekodex hingewiesen wurde, geschah dies in den ersten acht Monaten 2010 bereits 1283-mal.
Am häufigsten wurden die Berichterstattung zur Massenpanik bei der Love Parade sowie ein angeblich blasphemisches Titelbild der Satire-Zeitschrift "Titanic" zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche beanstandet. "Die Beschwerdezahlen waren noch nie so hoch wie in diesem Jahr", sagt Presserats-Geschäftsführer Lutz Tillmanns. Das habe auch damit zu tun, dass sich viele Beschwerdeführer über das Internet meldeten. "Dadurch ist unsere Bekanntheit in den letzten Jahren enorm gestiegen."
Auch gegen die Love-Parade-Berichterstattung des SPIEGEL wurden zwei Beschwerden eingereicht, die jedoch laut Presserat beide bereits im Vorverfahren als unbegründet abgelehnt wurden.
hut
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