Hamburg - Steht das Ende der gedruckten Zeitung schon in ein paar Jahren an? Zumindest ist es unvermeidbar, so viel steht für Arthur Sulzberger Jr. fest. Auf einem Kongress in London stellte der Verleger der "New York Times" das neue Bezahlmodell der US-Zeitung vor.
Auf die Frage, ob das Traditionsblatt möglicherweise schon 2015 seine letzte gedruckte Ausgabe auf den Markt bringen könnte, antwortete er nur indirekt. Er sehe keinen Sinn darin, sich zu solchen Vorhersagen zu äußern. "Wir werden irgendwann in der Zukunft aufhören, die 'New York Times' zu drücken", zitiert ihn editorsweblog.com. "Das Datum steht noch nicht fest."
Der Gründer der Wirtschaftsnachrichtenwebsite "Business Insider" hält Sulzbergers Äußerungen für bemerkenswert. "Das klingt zwar zuerst selbstverständlich, aber in Wahrheit ist es ein Riesending", schreibt Henry Blodget. Er glaubt nicht daran, dass ein Verlag es schafft, die Infrastruktur einer Printredaktion mit den Mitteln aufrechtzuerhalten, die eine Onlineausgabe erwirtschaftet. Der Verlag werde wohl umstrukturieren oder Mitarbeiter entlassen müssen - "es sei denn, er findet eine neue Wunder-Einnahmequelle für den digitalen Markt".
Das Bezahlmodell, das die Onlineausgabe der "New York Times" künftig tragen soll, ist laut Sulzberger noch nicht völlig ausgereift. Ab 2011 werden die Leser mit einer Bezahlschranke abgefangen - allerdings erst, nachdem sie ein monatliches Kontingent von Umsonst-Texten aufgebraucht haben. Wer also nur hin und wieder auf der Website der Zeitung landet, wird die Artikel wohl weiterhin kostenlos lesen können. Etliche Details des Modells sind aber noch offen.
"Wir glauben, dass das Bezahlmodell für uns ein Schritt in die richtige Richtung ist", sagte Sulzberger. Der Verlag sei überzeugt, dass die Leser einen stärkeren Beitrag leisten müssten zum Überleben seriöser Medien - und dass viele dies auch tun würden, wenn das Produkt sie weiterhin bereichere. Und für den Fall, dass das Modell nicht funktioniert, sagt Sulzberger, könne man es ja umstellen. "Man darf sich nicht in eine Richtung festlegen."
ffr
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Ich habe Ende der 60er als kleiner Junge in NYC gelebt, und die Sonntagsausgabe der NYT (und das New Yorker) waren DIE Leseerlebnisse der Zeit (Wobei ich beim New Yorker eher die Cartoons mochte). Sicherlich ist es bereits [...] mehr...
Der Zeitung als einem gräulichen Papierberg, dessen Herstellung und Verbreitung teure Ressourcen kostet und die Umwelt schädigt, weine ich keine Träne nach. Internet gibt es im Jahr 2010 fast überall (auch mobil) für kleines Geld, [...] mehr...
Die druckfrisch riechende Zeitung neben den Croissants auf dem Tisch in allen Ehren - aber wenn Ihnen die Flüchtigkeit des Mediums missfällt, können Sie a) lokal speichern oder b) ausdrucken. Selbst bei einem interessanten [...] mehr...
Dafür wird es und gibt es ja schon Internet Archive, bei denen man auf die alten online Ausgaben zugreifen kann. Bibliotheken müssen sich dann halt auch ganz auf elektronische Speicherung einstellen. Eine Zeitung wirft man nach [...] mehr...
Es ist vielleicht zehn Jahre her, da gab es eine Wochenendausgabe der NYT, die wog 2,7 Kilogramm (2.700 g!)! Die gigantischen Anzeigenmengen ermöglichten große redaktionelle Umfänge ... Wie gesagt: ca. 10 Jahre her. Ich selbst [...] mehr...
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