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10.09.2010
 

Besetzte Häuser geschlossen

Der Duisburg-Effekt kommt ins Gängeviertel

Von Christoph Twickel

"Politischer Angriff, bürokratisch getarnt": Besetztes Gängeviertel in HamburgZur Großansicht
DPA

"Politischer Angriff, bürokratisch getarnt": Besetztes Gängeviertel in Hamburg

Seit über einem Jahr halten mehr als 200 Aktivisten das historische Gängeviertel in der Hamburger Innenstadt besetzt - bislang mit Billigung der Behörden. Doch jetzt droht Ärger: Ein Bezirkspolitiker hat zwei Gebäude schließen lassen - mit Verweis auf die Love-Parade-Katastrophe.

Verschlossene Türen im Hamburger Gängeviertel: Am Donnerstag vergangener Woche hat der zuständige Bezirk Mitte verfügt, dass zwei der zwölf Häuser nicht mehr betreten werden dürfen. Bezirksamtsleiter Markus Schreiber (SPD) führt als Grund an, dass die Sicherheit der Besucher dort nicht gewährleistet sei. "In den oberen Stockwerken besteht in einigen Räumen Einbruchsgefahr", erklärte Schreiber im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE und setzt die Maßnahme in Zusammenhang mit der Love-Parade-Katastrophe: "Ich möchte am Ende nicht in der Position von Duisburgs Bürgermeister Sauerland sein."

Die Besetzer halten diese Begründung für vorgeschoben und sprechen von einem "politischen Angriff, der sich bürokratisch tarnt". In einem offenen Brief greift die Initiative Bezirkschef Schreiber scharf an. Die Initiative habe die Häuser winterfest und benutzbar gemacht und mit der Stadtentwicklungsbehörde ein Sanierungskonzept erarbeitet, das kurz vor der Fertigstellung stehe. Jahrzehntelang habe sich die Stadt nicht um die Gebäude gekümmert und Menschen zugemutet, unter unwürdigen Umständen dort zu wohnen. "Und nun soll es plötzlich zu riskant sein, sie auch nur zu betreten? Im Gegenteil: Das Gängeviertel steht weitaus besser da als noch vor einem Jahr. Und zwar dank uns, nicht dank Ihnen."

"Sie machen mit Angst Politik"+


Die Tragödie von Duisburg habe mit dem Gängeviertel nichts zu tun. "Sie machen mit Angst Politik", heißt es in dem offenen Brief. Die Verfügung des Bezirks bewerten die "Komm in die Gänge"-Aktivisten als Versuch von Schreiber, sich "politisch zu profilieren".

Tatsächlich hatte der SPD-Politiker bereits in der Vergangenheit versucht, am schwarz-grünen Hamburger Senat vorbei mit dem Gängeviertel Politik zu machen. So hatte er zwei Monate nach der Besetzung einen "runden Tisch" einberufen, den der Hamburger Senat dann wieder abgesagt hatte.

Bei den vom Bezirk geschlossenen Häusern handelt es sich um ein Fabrikgebäude aus dem Jahre 1903, in dem einst Gummi-, Metall- und Holzwaren hergestellt wurden, sowie eine ehemalige Druckerei. Beide Gebäude dienen seit der Besetzung als Veranstaltungsorte für Konzerte, Ausstellungen, Diskussionen, Theater- und Filmaufführungen.

Gängeviertel-Sprecherin Christine Ebeling verweist darauf, dass ein zu Rate gezogener Prüfstatiker die Sicherheit der Veranstaltungsräume in den Erdgeschossen bestätigt habe. "Wir sind seit Monaten dabei, Mängel zu beheben und unsere Besucher zu schützen", heißt es in dem offenen Brief an Schreiber. Statt das Projekt zu sabotieren, solle der Bezirk lieber dabei helfen, die Schäden zu beseitigen.

Die beiden nun geschlossenen Gebäude seien "das gemeinschaftliche, kulturelle und politische Herz des Gängeviertels", ohne sie können das Projekt nicht weiter betrieben werden, erklärt die Initiative "Komm in die Gänge" und kündigt an, die Häuser zum "Tag des Denkmals" an diesem Wochenende wieder zu öffnen: "Seien Sie sich sicher: Die Denkmäler im Gängeviertel werden offen sein", schreiben die Besetzer.

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insgesamt 30 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
13.09.2010 von gallstone: ,.-

Die Sache ist doch die, das solche Besetzer imho nahe 0 zum Steueraufkommen beitragen... Ich kenne ein paar Hasubesetzer hier in Erfurt (Topf und Söhne Farbik wurde besetzt), diese kassieren alle H4. Wer keine Steuern zahlt darf [...] mehr...

11.09.2010 von bicyclerepairmen: ..

Das ist doch Quakelkram. Es geht darum das meine Steuergelder sinnvoll eingesetzt werden ( und nicht fast eine 1/2 Milliarde in Oles Elbmanie ), das Innenstädte halt nicht öde langweilig und grottenhässlich aussehen nur weil [...] mehr...

11.09.2010 von gallstone: ,.-

Richtig gerate, ich bin nicht aus HH. Was euch Gängeviertelaktiven fehlt: Verstädniss von Recht und Ordnung! Nochmal, wieso sollen ein paar Hanseln bestimmen was Menschen mit IHREM Eigentum machen sollen? Nur weil es [...] mehr...

11.09.2010 von gallstone: ,.-

ich komme nicht vom Dorf ... wohnte da noch nie. zz wohne ich in einem Altbau. Wenn es den Leuten nicht passt, dann sollen die doch die Häuser kaufen... was das geht nicht? Weil kein Geld? Na dann halt pech gehabt... [...] mehr...

11.09.2010 von fxiol4: dergallenstein...

User Gallstone ist sicher nicht aus Hamburg. Und war ganz sicher auch noch nie im Gängeviertel. Sicher ist auch er ist genau die Projektionsfläche, die Politiker wie Herr Schreiber anvisieren um als Verstärker zu dienen. Zur [...] mehr...

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