Moskau - Die Ausstellung im russischen Staatsarchiv dokumentiert mit zahlreichen bisher geheimen Exponaten vor allem die letzten Tage der Nazi-Führung im belagerten Berlin. Im Mittelpunkt steht dabei ein angebliches Schädelfragment von Adolf Hitler, das in einer Panzerglasvitrine erstmals der Öffentlichkeit gezeigt wird. Das etwa 15 Zentimeter große Bruchstück weist ein Einschussloch auf.
Die Schau solle die "Unabwendbarkeit der Vergeltung" für die Verbrechen der Nazis zeigen, sagte der Leiter des russischen Archivdienstes, Wladimir Koslow. Die Veranstalter schließen aus, dass das Schädelfragment zu einem Kultgegenstand für Neonazis werden könnte. "Die Ausstellung zeigt eindeutig, wie die Naziverbrecher für ihre Gräueltaten bezahlen mussten. Wer will schon mit einer Kugel im Kopf enden", sagte der Chef des russischen Staatsarchivs, Sergej Mironenko.
Nach Angaben des Staatsarchivs und des Inlandsgeheimdienstes FSB, einer Nachfolgeorganisation des KGB, sind das Schädelbruchstück und ein Kieferknochen die einzigen Überreste von Hitlers Leiche. Der Kiefer ist in der Ausstellung nur auf Fotos zu sehen. Er wird nach Angaben der Behörden in den Geheimarchiven aufbewahrt, da er die einzige Möglichkeit darstelle, Hitlers Leiche zu identifizieren.
Hitler hatte am 30. April 1945 in seinem Bunker in Berlin Selbstmord begangen. Seine Leiche war anschließend neben der Reichskanzlei verbrannt und vergraben worden. Die Überreste wurden von sowjetischen Soldaten beschlagnahmt, die später den Bunker einnahmen.
Aus ebenfalls bei der Ausstellung präsentierten geheimen Mitteilungen zwischen der sowjetischen Spionageabwehr in Deutschland und der Regierung in Moskau geht hervor, dass Hitlers Leiche zwischen 1945 und 1946 mindestens dreimal umgebettet wurde, während die russische Armee durch Deutschland zog. 1970 ordnete die russische Regierung die Verbrennung der Überreste an.
Der Kiefer war dagegen 1945 nach Moskau gebracht worden. 1993 hatte Russland erklärt, es sei in Besitz eines 1946 bei erneuten Grabungen vor dem Hitler-Bunker entdeckten Schädelstücks. Einige westliche Experten zweifelten jedoch an dieser Darstellung. Das Archiv hat russische Gerichtsmediziner beauftragt, Beweise für die eindeutige Identifizierung des Bruchstücks zu finden.
Neben dem Schädelfragment und zahlreichen Dokumenten aus sowjetischen Ermittlungsakten über Hitlers Schicksal werden in der Ausstellung unter anderem Armlehnen des Sofas, auf dem er sich vermutlich erschossen hatte, Hitlers Uniform sowie private Gegenstände von Nazigrößen gezeigt.
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