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10.05.2000
 

Verbale Attacke

Grazer Polizei ermittelt gegen Schlingensief

"Tötet Wolfgang Schüssel" forderte Christoph Schlingensief im Grazer Schauspielhaus und reizte die ohnehin empfindliche österreichische Obrigkeit. Zur Strafe ermittelt jetzt erneut die Polizei gegen den Berliner Skandal-Regisseur.

Mit Strafe bedrohte Handlung: Schlingensief
DPA

Mit Strafe bedrohte Handlung: Schlingensief

Graz - Wie die österreichische Presseagentur APA berichtet, geht es um die mehrmals wiederholte Textpassage "Tötet Wolfgang Schüssel" in Schlingensiefs Beitrag zu einem Schnitzler-Abend am Grazer Schauspielhaus, der am vergangenen Sonnabend Premiere hatte. Laut Anklagebehörde könnte die verbale Attacke auf den österreichischen Regierungschef als "Aufforderung zu einer mit Strafe bedrohten Handlung" interpretiert werden.

Der Ausschuss des Schauspielhauses hatte sich bereits vor der Premiere von der Aussage distanziert, das Theater selbst stellte sich jedoch hinter den notorischen Provokateur. Schlingensief ("Chance 2000") war bereits 1997 während der "Documenta" in Kassel kurzzeitig inhaftiert worden. Damals forderte er: "Tötet Helmut Kohl".

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