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Pinakothek der Moderne München holt auf

Die umfangreichen Kunstsammlungen des 20. Jahrhunderts erhalten mit der Pinakothek der Moderne endlich ein eigenes Museum. Es wird im Herbst 2001 fertiggestellt sein. Zudem wird ein eigener Gebäudekomplex für die weltberühmte Sammlung Brandhorst errichtet. Eine Auswahl ist schon jetzt in München zu sehen.

In unmittelbarer Nachbarschaft zu Alter und Neuer Pinakothek entsteht derzeit der ambitionierteste Museumsneubau in Deutschland: Die 200 Millionen Mark teure Pinakothek der Moderne soll im Herbst 2001 fertig sein. Konzipiert wurde das ehrgeizige Projekt von dem Münchner Architekten und Städteplaner Stephan Braunfels.

Ambitionierter Museums-Neubau: Baustelle der Pinakothek der Moderne
DPA

Ambitionierter Museums-Neubau: Baustelle der Pinakothek der Moderne

Sie wird vier staatliche Sammlungen, die seit Jahrzehnten in Dauerprovisorien ihre Exponate nur unzureichend präsentieren können, endlich unter einem Dach vereinen: Die Designobjekte der Neuen Sammlung er angewandten Kunst, die 400.000 Blätter der Graphischen Sammlung, die Architektursammlung der Technischen Universität sowie die Schätze der Staatsgalerie Moderner Kunst (darunter die weltweit größte Max-Beckmann-Kollektion).

Mit der direkten Anbindung an die beiden Pinakotheken, die Antikensammlung, die Glyptothek und das Lenbachhaus entsteht somit in München eine einzigartige Museumsmeile, die nur noch in Berlin Konkurrenz hat.

Zudem erhält die so genannte dritte Pinakothek mit der Sammlung von Anette und Udo Brandhorst eine der bedeutendsten Privatsammlungen moderner Gegenwartskunst. Mit Werken von Joseph Beuys, Cy Twombly, Sigmar Polke, Bruce Nauman, Georg Baselitz, Mario Merz, Andy Warhol und anderen Künstlern umfasst sie ein breites Spektrum zeitgenössischer Kunst. Um die Sammlung, deren Wert auf mehr als 200 Millionen Mark geschätzt wird, hatten andere Museen jahrelang heftig gebuhlt.

Vor allem Armin Zweite von der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf und Jochen Poetter, Direktor des Museums Ludwig in Köln, hätten sie gerne bei sich untergebracht. Dass München den Zuschlag erhielt, lag nicht nur am Ruf der bayerischen Hauptstadt als Kulturmetropole, sondern auch daran, dass die Pinakothek für die Sammlung um mindestens 5000 Quadratmeter Ausstellungsfläche erweitert wird - in einem zweiten Bauabschnitt, der spätestens in fünf Jahren vollendet sein soll.

Als Einstimmung werden nun von der Brandhorst-Sammlung, die neben 550 Einzelwerken auch zahlreiche Künstlerbücher umfasst, rund 150 Gemälde, Skulpturen und Installationen unter dem Titel "Food For The Mind" vorab in München präsentiert - in der Staatsgalerie moderner Kunst (beheimatet im Westflügel vom Haus der Kunst). Zusätzlicher Höhepunkt dieser Schau: die fast vollständige Sammlung der illustrierten Bücher Pablo Picassos.

"Food For The Mind": 9. Juni bis 8. Oktober, Staatsgalerie moderner Kunst, München

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