Berlin/Hamburg - Weitere Flurbereinigung im deutschen Pressemarkt: Das Verlagshaus Axel Springer ("Bild", "Welt", "Berliner Morgenpost") verkauft seine Beteiligungen an verschiedenen Regionalzeitungen in Nord- und Ostdeutschland an die Verlagsgruppe Madsack.

Springer-Chef Döpfner: Trennt sich von Regionalblättern des Konzerns
Gleichzeitig übernehmen die "Lübecker Nachrichten" den Springer-Anteil an der "Ostsee-Zeitung" in Rostock (50 Prozent). Das Gesamtvolumen der Transaktionen betrage 310 Millionen Euro. Der Verkauf stehe allerdings noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die Kartellbehörden.
Dessen ungeachtet freut man sich bei Springer jetzt schon über den Deal. "Mit dem Verkauf der Minderheitsbeteiligungen konzentrieren wir uns noch konsequenter auf Investitionen in unsere eigenen Zeitungen, den multimedialen Ausbau unserer Marken und Akquisitionen neuer Online-Wachstumsgeschäfte", gab der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, Mathias Döpfner, den Kurs in Richtung Zukunft vor - und die soll offenbar, folgt man seinen Worten, vorrangig im Internet liegen.
Herbert Flecken, Vorsitzender der Geschäftsführung von Madsack, sagte laut Springer-Mitteilung wiederum, seine Verlagsgruppe stärke damit ihr Kerngeschäft im Tageszeitungs- und Anzeigenblattsektor "und auch die Position des Medienhauses Madsack im Norden".
Das ist treffend formuliert, denn Madsack ist im Norden der Republik breit aufgestellt. Das Haus verlegt bereits die "Hannoversche Allgemeine", die ebenfalls in der niedersächsischen Hauptstadt erscheinende "Neue Presse" und ist an einer Vielzahl von Regional- und Lokalblättern beteiligt, etwa in Celle, Göttingen und Hameln. Hinzu kommen diverse Beteiligungen an Rundfunksendern (Antenne Niedersachsen) sowie an TV-Unternehmungen (TIMM TV, AZ Media).
Der Verkauf der Springer-Zeitungen an Madsack ist bereits das zweite große Beben dieses Jahres im deutschen Regionalzeitungsmarkt. Erst vor wenigen Wochen hatte der umstrittene britische Medieninvestor David Montgomery seine deutschen Objekte ("Berliner Zeitung", "Berliner Kurier", "Hamburger Morgenpost") an den Kölner Regionalzeitungsfürsten Alfred Neven DuMont verkauft.
tdo/ddp/dpa
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