Von Christian Flierl
London - Madonna ist wieder schwanger und hat damit erreicht, was ihr selbst nach 15 erfolgreichen Jahren Arbeit als Künstlerin bisher versagt blieb: das Wohlwollen der englischen Presse. Auch Cherie Blair, Ehefrau des britischen Primierministers Tony Blair, die von den Tageszeitungen in der "Fleetstreet" bisher gerne wegen ihres angeblichen schlechten Geschmacks bei der Auswahl ihrer Garderobe verspottet wurde, erwartet ein Kind und genießt seitdem die uneingeschränkte Sympathie der Medien.

Tony Blair mit Frau Cherie
Dass die Schonzeit mit der Geburt des Kindes abläuft, zeigt sich an Hand einer anderen jungen Mutter: Victoria "Posh-Spice" Beckham, 24, avanciert derzeit zum beliebtesten Opfer der englischen Tagespresse. Erst kürzlich öffnete die "Daily Mail" mit einem Bild des Spice-Girls, auf dem sie, zusammen mit ihrem Ehemann David Beckham, 24, und dem gemeinsamen Sohn "Brooklyn" (1), in Kleidung und Schmuck im Wert von annähernd 320.000 DM zu sehen sind. "Who do they think they are?" empörte sich das Blatt und stempelte damit das junge Paar endgültig zum nationalen Protzsymbol.
Einen Tag nach der Veröffentlichung des Beckham-Bildes zeigte die englische Tageszeitung "The Guardian" wiederum ein Bild von Madonna, auf dem sie, zusammen mit Guy Richie und Töchterchen Lourdes das Auto wäscht. "What a difference a baby makes" schrieb das englische Blatt und schilderte ausführlich Madonnas Wandel vom Sex-besessenen "Blond Ambitious" Vamp hin zur fürsorglichen, bald zweifachen Mutter. Man geht sogar soweit Madonna als "eine von ihnen" zu sehen, nachdem sich die 42-jährige Amerikanerin zusammen mit ihrem Freund in der Nähe von London niedergelassen hat.
Ob und wie sich das Bild von Mrs. Blair und Madonna in den Medien nach der Geburt ihrer Kinder wandeln wird, bleibt abzuwarten. Eine ähnliche Entwicklung wie bei Victoria Beckham ist allerdings zu bezweifeln. Zu unterschiedlich gehen die Frauen mit ihrem bisher erworbenen Reichtum um. Während Mrs. Beckham es zu ihrem Hobby gemacht zu haben scheint, sich und ihren Ehemann in den Medien zu produzieren, kommt Madonnas Form des Understatements auf der Insel gut an. Trotzdem, wie viel Madonnas Mummy-Bonus wirklich wert ist, wird sich spätestens zeigen, wenn es um den Namen des Babys geht. Erfahrungsgemäß ist sie ja in der Hinsicht sehr kreativ, womöglich zu kreativ für das traditionelle Königreich.
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