München - Das Gebäude, das der Architekt Stephan Braunfels entworfen hat, ist in zwei Bauabschnitte unterteilt. Bereits beim Bau des ersten Abschnitts, der im Herbst kommenden Jahres fertiggestellt sein soll, war es zwischen dem Freistaat Bayern als Bauherrn und Braunfels zu Auseinandersetzungen gekommen. Streitpunkt war der vom Freistaat mit 200 Millionen Mark vorgegebene Kostenrahmen, eine nach Auffassung des Architekten zu niedrige Summe für ein derartiges Großprojekt.
Jetzt sind neue Schwierigkeiten hinzugekommen. Im zweiten Teilabschnitt des Museums soll die Kunstsammlung von Udo und Anette Brandhorst untergebracht werden, die diese dem Freistaat überlassen haben. Die umfangreiche Sammlung war bei der Konzeption des Gebäudes nicht vorgesehen und führt nun zu Platzproblemen. Zudem hat sich zwischen Sammler und Architekt ein Konflikt entzündet.
"Brandhorst möchte für seine internationale Starsammlung auch ein Gebäude von einem internationalen Stararchitekten", umriss Braunfels die Problematik in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Der Sammler fordere für den Bau des zweiten Abschnitts einen neuen Wettbewerb. Braunfels, der 1992 den Architektenwettbewerb für die Pinakothek gewonnen hat, beruft sich auf sein Urheberrecht, das für das gesamte Gebäude, also auch den zweiten Bauabschnitt gelte. Wie Braunfels erläuterte, habe er bereits Varianten erarbeitet, die die Unterbringung der Brandhorst-Sammlung in seinem Gebäude ermöglichen würden.
Ein Sprecher des Wissenschaftsministeriums teilte am Freitag mit, das Ministerium sei in Gesprächen mit Braunfels und Brandhorst. Ob eine gemeinsame Lösung gefunden werden könne, sei noch ungewiss.
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