Meret Oppenheim Tasse + Pelz = Weltruhm

Meret Oppenheim überzog eine Tasse und einen Löffel mit dem Pelz einer chinesischen Gazelle - und feierte damit ihren Durchbruch als Künstlerin. Heute wäre die "junge Fee der Surrealisten" 104 Jahre alt geworden.


Meret Oppenheim teilt das Schicksal zahlreicher Künstler: Sie ist vor allem für ein Werk bekannt. Im Falle von Oppenheim handelt es sich dabei um Tasse, Untertasse und Löffel, günstig erstanden, die sie mit dem edlen Fell einer chinesischen Gazelle überzog. Das war im Jahr 1936.

Der Gründungsdirektor des New Yorker Museum of Modern Art (MoMA), Alfred Barr, kaufte das Kunstwerk für 200 Schweizer Franken. Bis heute ist "Object" im MoMA zu finden. Das haarige Werk stellte Oppenheims sonstiges Schaffen in den Hintergrund, darunter schrille Zeichnungen, abstrahierende Selbstporträts und schräge Objektkunstwerke.

Geboren wurde die Schweizerin am 6. Oktober 1913 in Berlin. Als sie 18 war, zog sie nach Paris, um Malerin zu werden. Viel später, schon nach ihrem Durchbruch mit der Pelztasse, erlitt Oppenheim eine Schaffenskrise, sie dauerte etwa 17 Jahre lang. "Es war mir, als würde die jahrtausendealte Diskriminierung der Frau auf meinen Schultern lasten - als ein in mir steckendes Gefühl von Minderwertigkeit." Erst ab etwa 1954 lief es wieder. Und ab den späten Sechzigerjahren wurde sie mit großen Schauen gefeiert.

Zu ihren Künstlerfreunden zählten Max Ernst, Hans Arp und Alberto Giacometti. Heute gilt die "junge Fee der Surrealisten" als eine der einflussreichsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Zu Oppenheims 100. Geburtstag im Jahr 2013 fand im Martin-Gropius-Bau in ihrer Geburtsstadt eine große Retrospektive statt.

An diesem Freitag erinnert Google in Deutschland auf seiner Startseite an den 104. Geburtstag der Künstlerin - mit pelzigem Logo:

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aar

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