11. September Die Terrorkatastrophe als Comic

Die Ära der medialen Aufarbeitung des 11. Septembers hat begonnen: Ende April startet in den USA der erste Hollywood-Film über die Anschläge. Im Herbst können sich auch Leser ein Bild der Katastrophe machen - in Comic-Form.


New York - Der Trailer zu "United 93", dem ersten Hollywood-Film über die Anschläge vom 11. September, hat in amerikanischen Kinos zum Teil heftige Reaktionen ausgelöst. Aber der Film ist nur der Anfang der Aufarbeitung des Traumas: Weitere Filme sind geplant; im Herbst soll in den USA ein Band mit dem Titel "The 9/11 Report, A Graphic Adaptation" erscheinen. Auf 144 Seiten will der Verlag Farrar, Straus and Giroux mit Comic-ähnlichen Illustrationen den Verlauf der Geschehnisse in jedem der vier entführten Flugzeuge darstellen und dem Bericht so eine weitere Dimension verleihen.

Band: "The 9/11 Report, A Graphic Adaptation": Neue Dimension der Aufarbeitung
Hill & Wang

Band: "The 9/11 Report, A Graphic Adaptation": Neue Dimension der Aufarbeitung

"Der 9/11-Report wird eine komplexe Geschichte mit großer Klarheit erzählen", zitiert die amerikanische Zeitschrift "Publishers Weekly", Thomas LeBien von Hill und Wang, einer Sektion des Verlags.

"Der Band wird die Leser visuell durch die die US-amerikanische Luftfahrtaufsichtsbehörde (FAA) und das Verteidigungsministerium führen. Er wird verdeutlichen, wer mit wem spricht, eine Zeitleiste der Anschläge zeigen, Informationen über islamischen Fundamentalismus anbieten", so LeBien. Grafische Darstellungen würden den Lesern einen Zugang bieten, den kein anderes Medium leisten könne.

Grundlage des Buches ist der mehr als 500 Seiten umfassende Bericht über die Terroranschläge, den die 11.-September-Kommission im Jahr 2004 vorgelegt hatte. Er beschreibt, was vor und nach den Angriffen bei den Behörden in New York und Washington schief gelaufen war. Der Bericht war im vergangenen Jahr ein Sachbuch-Bestseller in den USA. Genau wie im Originalbericht werde auch im Illustrationsband "alles geflissentlich unpolitisch dargestellt", so LeBien. Comic-Veteran Ernie Colon habe für das im September erscheinende Buch gezeichnet, so LeBien in "Publishers Weekly". Man habe damit den "klassischen amerikanischen Comiczeichnerstil" bekommen.

Bei den Anschlägen am 11. September 2001 auf das New Yorker World Trade Center und das Pentagon in Washington waren rund 3000 Menschen ums Leben gekommen.

anr/Reuters



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