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09. August 2010, 18:37 Uhr

308.000 Euro im Jahr

WDR-Intendantin verdient mehr als Bundespräsident Wulff

Als erster öffentlich-rechtlicher Sender hat der Westdeutsche Rundfunk die Gehälter seiner Führungsspitze veröffentlicht. Senderchefin Monika Piel bekommt demnach ein höheres Gehalt als der Bundespräsident - und oben drauf noch eine Prämie für lange Betriebszugehörigkeit.

Berlin - Die erste Frau an der Spitze des Westdeutschen Rundfunks (WDR), Monika Piel, verdient mehr als der erste Mann im Staat, Bundespräsident Christian Wulff. Als erste Landesrundfunkanstalt hat der WDR die Gehälter seines Führungspersonals veröffentlicht. Demnach erhielt Intendantin Monika Piel im vergangenen Jahr 308.000 Euro erfolgsunabhängiges Gehalt. Die fünf vom Rundfunkrat gewählten Direktoren bekamen zwischen 190.000 und 206.000 Euro. Die Zahlen veröffentlichte der WDR in seinem Geschäftsbericht 2009, worauf der Branchendienst "Funkkorrespondenz" am Montag hinwies.

Der WDR ist bislang der einzige öffentlich-rechtliche Sender, der die Gehälter des Leitungspersonals einzeln und individualisiert veröffentlichte. Dazu ist er laut WDR-Gesetz verpflichtet, das im vergangenen Jahr um einen entsprechenden Passus ergänzt wurde. Neben den Jahresbezügen erhielt Piel demnach noch eine Einmalzahlung von 23.000 Euro wegen 25-jähriger Betriebszugehörigkeit und Sachbezüge in Höhe von 21.000, wobei es sich um den "privat zu versteuernden geldwerten Vorteil" für ihren Dienstwagen handelte.

Damit verdient die WDR-Intendantin mehr als der Bundespräsident. Für Christian Wulff liegt das jährliche Grundgehalt bei 199.000 Euro - im Gegensatz zu Monika Piel erhält er seine Bezüge allerdings bis ans Lebensende. Außerdem wohnt der amtierende Präsident kostenlos in einer eigens reservierten Villa und hat für das Hauspersonal weitere 78.000 Euro zur Verfügung. Regierungschefin Merkel verdient laut Gesetz elf Prozent weniger als der Bundespräsident.

ore/dpa

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